Kaum zu glauben - aber bei der SHG Köln stand beim letzten Treffen, am 7. April, schon wieder die Sonne auf dem Programm. Und vieles andere mehr.
Wer war dabei?
Oliver & Eva, Ingo, Jörg & Nadjar, Marie, Magadalene, Andreas, Bärbel, Barbara und Gertrud - neu dabei war Stephan mit Sohn Paul (5 Jahre) und Tochter Carla (14 Monate).
Was hat uns beschäftigt?
Als Resumée der letzten Besprechung hat Oliver kurz darauf hingewiesen, dass wir im Beisein der Kinder nicht detailliert über Tod bzw. Todesursachen sprechen.
Was heißt eigentlich Witwe/Witwer?
Mit der Begrifflichkeit an sich hat jeder zu Beginn Probleme, vor allen Dingen in Bezug auf dessen Akzeptanz für das eigene Leben. Man ist "es", ob man will oder nicht. Barbara weisst auf die Problematik für Unverheiratet hin: Sie sind ein graues Feld, für sie gibt es keine Begrifflichkeit. Rein bürokratisch - und das ist unser Staat ja sehr gerne - gibt es hier nur Nachteile. Emotionale Entscheidungen bleiben im bürokratischen Dschungel auf der Strecke. Aber auch für Witwe/Witwer werden die Hürden gerne hoch gestellt: Anspruch auf Witwenrente gibt es nämlich erst nach drei Jahren verheiratet sein! Und wir fragen uns mal wieder, was Zeit für eine Bedeutung hat...
Zeit war ein weiteres Thema: Die SHG Köln setzte sich aus Menschen zusammen, die in ihrer Trauerzeit sehr unterschiedlich sind: von drei Wochen bis zu mehreren Jahren. Die Entscheidung an der Gruppe teilzunehmen hat deswegen mit Zeit wenig zu tun. Nicht der Zeitfaktor ist entscheidet, sondern das persönliche Gefühl. Manche brauchen sehr schnell sehr viel Hilfe, Ansprech-partner und persönlichen Kontakt, während andere erst einmal viel Zeit für sich selbst brauchen. Das ist bei jedem sehr unterschiedlich. Darum ist auch jeder herzlich willkommen - Zeit ist für die SHG Köln kein Faktor.
Die anschliessende Diskussion drehte sich um das Thema Trauer mit Kind oder Trauer ohne Kind. Kinder sind Motivation. Kinder sind Erinnerung. Sie geben Kraft und geben einem oft ein Lachen zurück. Es ist noch jemand da, jemand der Hilfe braucht, Liebe braucht. Trauernde ohne Kind können eine ganz andere Form von Trauer leben - sie sind nicht für jemanden verantwortlich. Man hat viel mehr Zeit für sich selbst, aber man ist auch allein. Und der Gedanke an Kinder, die nicht da sind, kann weh tun. Wir können auch hier nur voneinander lernen -deswegen ist auch jeder - ob mit Pänz oder ohne - bei der SHG Köln von Herzen willkommen.
Kinder, Schule und Lehrer war das nachfolgende Thema. Die Unterschiede sind oft krass. Ist eine Schule sehr bemüht um die Kinder, d.h. sie gibt ihnen so etwas wie eine Schonzeit, sind andere Schulen weiter leistungsbezogen und emotional null orientiert. Sie fordern weiter alle Leistungen ein ohne Rücksicht auf die Kinder. Im Allgemeinen scheinen Gesamtschulen mehr auf Kinder einzugehen als andere Schulen, aber auch hier war eine gegenteilige Meinung zu hören. Klar ist aber, dass die Gesamtschulen, die über eine Lehr- und Betreuungszeit von 08:00 bis 16:00 Uhr verfügen, die Kinder besser auffangen und das Elternteil dadurch zeitlich entlasten können. Schuldgefühle wegen Zeitmangel lassen sich dadurch etwas ausgleichen. Das Thema Tod wird bewußt selten in Kindergarten oder Schule thematisiert. Allerdings gibt es auch hier engagierte Erzieher/Lehrer, die mit gutem Beispiel vorangehen und das Elternteil mit einbeziehen. Die Erwartungen an das Schulpersonal sollten nicht zu hoch sein und persönliches Engagement ist hier wohl der einzige und beste Weg.
Administratives: Oliver hat abschliessend noch einiges über die HP mitgeteilt: Die Kontaktbörse ist eröffnet und kann gegen einen geringen Kostenbeitrag genutzt werden. Auch der Bereich Trauer wird derzeit überarbeitet und bald mit neuer Technik ins Netz gestellt. Hier erhält jeder registrierte User die Möglichkeit, seine eigene Trauererfahrung auch von der technischen Seite selbst ins Netz zu stellen.
Internet - ein ganz eigenes Thema: Die Angst, das Internet zu benutzen ist bei vielen noch groß. So gehen zwar viele ins Netz, eigene Beiträge werden aber oft nicht geschrieben - aus den unterschiedlichsten Gründen: Angst zu verletzen, ich weiß nicht, was ich schreiben soll, trau mich nicht etc.. dabei ist es doch eigentlich nur wichtig, sich auszutauschen. Also - Mutige voran - jeder Gedanke ist wichtig! Hilfreich am Internet ist auch die 24-Stunden-Bereitschaft. Zu jeder Tages- und Nachtzeit finden sich tröstende Gedanken und neben Weinen und Trauer ist auch viel Platz für Lachen und positiven Austausch. Auch wenn er es schön soooo oft gehört - Danke an Oliver für diesen besonderen Platz!! :-)
Erfreulich! Die erste "große" Spende ist eingegangen. Der Verein ist nun gemeinnützig und kann Spendenquittungen ausstellen. Derzeit liegen die Unterlagen zur Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht, so dass der Verein voraussichtlich im Mai den Zusatz "e.V." verwenden kann.
Treffen ohne Kinder: Der Wunsch nach Austausch ist so groß, dass die Gruppe beschlossen hat, sich einmal im Monat ohne die Kinder zu treffen. Diese Treffen finden nach persönlicher Absprache beim Sonntagsfrühstück immer irgendwann in der Monatsmitte statt. Das nächste Treffen ist am 20.04.2002. Genauere Daten findet ihr im Bereich Termine unter "Spieleabend".
Am 21.-23. Juni findet in der Eifel die Mitgliederversammlung und ein Workshop statt. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Das Engagement von den wenigen Menschen die jetzt alles organisieren und auf die Beine stellen, soll auf weitere Miltglieder verteilt werden. Auch über die Struktur des Vereins an sich wird geprochen. Also - wer Lust und Zeit hat sich zu engagieren ist natürlich von Herzen willkommen! Anmelden kann man sich über die Terminliste.
Bonner Rheinauen
Nach dem Frühstück ging es dann los Richtung Bonner Rheinauen. Wir haben einen wunderschönen Nachmittag in der Sonne verbracht mit Picknick-Utensilien, gebackenem Kuchen (Danke an Eva und Oliver), Chips und mehr. Der Eiswagen war (für Nadjer! und alle Kinder) zum Glück auch nicht so weit weg und die Sonne hat uns keine Sekunde aus den Augen gelassen. Die Sportlichen unter uns haben es sogar auf die Rollerblades geschafft. Gegen 18:00 Uhr hat sich die fröhliche Runde dann endgültig aufgelöst. Schön wars!!
 weitere Bilder in der Fotogalerie
Das nächste Treffen der SHG Köln findet am 5. Mai wieder in Tersteegenhaus (Wittekind/Emmastraße in Sülz) in Kölle statt. An diesem Tag werden wir einen Referenten zu Gast haben mit dem Thema Kinder und Trauer. Auch hier ist natürlich jeder neue Zuhörer herzlich willkommen!
Euch allen eine Zukunft mit so viel sonnigen Momenten wie möglich...
Marie :-) |