Ein Beitrag von Herbert (trebreh) Am 27.01.2013 im offenen Vereinsforum Zurück in die Zukunft veröffentlicht.
Das Neue Jahr 2013 ist noch jung, vielleicht Zeit einmal Revue passieren zu lassen was denn in der letzten Zeit so um das Internetportal "verwitwet.de" herum alles geschehen ist und wie der Stand nun eigentlich ist.
Viele Community- Mitglieder haben sicher mitbekommen das es auf dem Internetportal Veränderungen gegeben hat.
Nicht auf dem Portal selbst, das ist geblieben, mit vielen Beiträgen und Antworten in den Foren. Informationen und Möglichkeiten im Chat. Hilfe durch "Gespräche" zu erfahren oder einfach nur Bekannte zu treffen oder zu "gleich Betroffenen" Kontakte zu knüpfen usw.. Soweit alles wie altbewährt. Aber im Hintergrund, da hat sich einiges verändert.
Der Verein hinter dem Portal ist nicht mehr der Selbe.
Was ist geschehen?
Aus der Community "verwitwet.de" heraus hatte sich vor über 10 Jahren ein Verein gegründet mit dem Ziel die Internetpräsenz, das Portal "verwitwet.de" finanziell zu sichern und für "jung verwitwete" eine dauerhafte Anlaufstelle als Hilfe zur Trauerverarbeitung verfügbar zu halten.
Neben dem primären Ziel, - Sicherung des Portals - waren seinerzeit auch noch andere zusätzliche Ziele definiert bzw. sind im Laufe der Zeit zusätzlich mit aufgenommen worden.
Die Idee, die Symbiose, "private Internetcommunity" und "Verein" waren für beide Seiten, dem Betreiber der Seite und dem Verein eigentlich eine "Erfolgsgeschichte" in Sachen Hilfe bieten für "jung verwitwete" Menschen.
Beides konnte wachsen, die Community partizipierte vom Verein, der Verein partizipierte von der Community.
Im Laufe der Zeit kam es aber auch zu "Verwaschungen", "Verschmelzungen" zu nicht mehr "Wahrnehmen von Abgrenzungen". Die "private Internetcommunity" und der "Verein" sahen sich immer mehr als "eine Einheit".
Besonders auf Vereinsebene wuchs wohl das Empfinden, "das sind doch wir", "wir sind verwitwet.de".
Auch die Namensähnlichkeit, Webseite "verwitwet.de" und Verein "verwitwet.de -mit- e.V." mag dazu beigetragen haben, dass hier die Grenze zwischen der privaten Person (Oliver als Betreiber) und der juristischen Person (Verein) immer mehr im Nebel verschwand.
Mitgliedern sowohl in der Community als auch im Verein waren sich der Wichtigkeit dieser "Dualität" m.E. scheinbar nicht mehr bewusst (und sind es teilweise vielleicht auch immer noch nicht wirklich) und so haben sich Ansichten und Interessen durchgesetzt die sich aus meiner Sicht mit den ursprünglichen Zielen nicht mehr deckten.
Ergebnisse:
Die Symbiose, (Communityvertrag und Zusammenspiel) wurde im Sommer 2012 von einem neuen Vereinsvorstand aufgekündigt. Aus meiner Sicht eine fatale Fehlentscheidung. Kern des Erfolges in der Vergangenheit ist m.E. gerade diese Symbiose, war diese Dualität.
Der Grund warum es die Seite, das Portal "verwitwet.de" gibt, ist ein sehr Trauriger. Wie vielleicht viele von Euch auch, hat mich das Ereignis das mich vor Jahren mal auf diese Seite geführt hat, verändert.
Die Seite ist mir wichtig geworden. Für knapp zwei Jahre war ich Mitglied im alten Verein (2009 u. 2910), aber , na ja, Vereinsarbeit und so was, war nicht mein Ding. Aber ich blieb in der Community und besuchte das Portal immer wieder und habe gelesen. Vieles lies mich traurig werden, vieles spendete mir aber auch Trost. Alles gab mir aber auch das Gefühl meiner verstorbenen Frau wieder näher sein zu können.
Anfangs suchte ich sicher nur Hilfe für mich. Da habe ich mich oft gefragt warum sind da noch Menschen die Ihre/n Partner/in doch schon vor Jahren verloren haben. Bis ich dann irgendwann zu der Erkenntnis kam, Trauer geht nicht vorbei wie eine Grippe, ich werde nicht eines Tages aufwachen und meine Trauer ist zu Ende. Es wird anders, ja, aber vorbei?
Ich glaube ich begann auch zu verstehen warum da eben noch so viele schon so lange auf der Seite sind. Anfangs war da sicher auch die Hilflosigkeit, waren da die Fragen und die Suche nach Antworten. So wie die Seite mir wichtig wurde, wurde sie wohl auch Anderen, wurde sie Euch wichtig.
Für "neu" Betroffene erscheint mir das Portal wichtig damit sie Hilfe erfahren können ihren Weg wieder zu finden. Für die "Erfahreneren" ist sie wichtig weil hier ein Ort ist, an dem ein wesentlicher Teil der Trauerverarbeitung stattgefunden hat, weil sich hier viele Spuren des "Abschiednehmens" befinden.
Mit einer weiteren Erkenntnis muss ich leben, egal wie gut ich wieder Tritt fasse, mit neuer/m Partner/in oder nicht, egal was mir in der Zukunft widerfährt, egal wie alt ich werde, für den Rest meines Lebens bleibe ich "jung verwitwet".
Als im Sommer 2012 die Seite "verwitwet.de" m. E. in Gefahr geriet, habe ich etwas gemacht was ich noch nie gemacht habe. Ich bin in den Verein "jung verwitwet" eingetreten, sogar mit gegründet hab ich ihn um mich aktiv zu beteiligen. Sicher war ich schon auch in Vereinen, aber nie um mich persönlich einzumischen.
Eigentlich hatte ich ja nie vor mich in einem Verein stärker zu engagieren, schon gar nicht da dann auch noch Vorstandsarbeit in vorderster Front zu leisten.
Hier im Verein "jung verwitwet e.V." ist das für mich anders. Hier will ich das die Seite Bestand hat, hier will ich das dass Internetportal "verwitwet.de" erfolgreich bleibt, erfolgreich im Auffangen, erfolgreich im Geben von Hilfestellungen.
Der alte Verein, besser wohl gesagt der Führungsteil des alten Vereins, der hinter dieser Seite stand, hat seit Sommer 2012 andere Pläne. Wohl nicht das Groh der Mitglieder, aber die Führungsriege, der Vorstand, der hat sich von diesem Portal losgesagt.
Der neuen Verein, "jung verwitwet e.V.", wieder entstanden aus Communitymitgliedern, hat sich nicht nur einfach so das Motto auf die Fahne geschrieben, "Zurück in die Zukunft". Das "Zurück" steht für die ursprünglichen Werte der Seite und des sich seinerzeit aus der Community gegründeten Vereins und das "Zukunft" ist Ausdruck dafür das es weiter gehen soll, voran gehen kann.
Nahezu täglich melden sich zwei oder drei neu Betroffene in der Community an. Täglich werden Menschen zu "jungen Witwen" oder "jungen Witwern". Oliver hat vor einigen Wochen von der 20.000 sten Anmeldung in der Community berichtet. Natürlich haben sich in den vielen Jahren des Bestehens der Seite "verwitwet.de" auch viele wieder abgemeldet so sie den glaubten ihren Weg wieder gefunden zu haben. Aber geblieben ist die wohl größte Community im deutschsprachigem Raum die ich kenne.
Das zu Erhalten und Auszubauen, dem hat sich der Verein "jung verwitwet e.V." verschrieben. Die Begriffe Gemeinnützigkeit oder Mildtätigkeit tragen es in sich, Vereinsmitglieder in "jung verwitwet e.V." sollten nicht alleine um des Vereins Willen im Verein sein oder für persönliche Vorteile, sondern dafür das Sinnvolles, Nützliches und Wichtiges erhalten und ausgeweitet werden kann.
Wo steht der neue Verein "jung verwitwet e.V." jetzt?
Zuerst mal einige Eckdaten:
Gegründet am 14. Juli 2012 von folgenden Personen: Siegfried Bieber (Hessensigi), Ulla Engelhardt (Hippolina), Anke Fink (Anke), Heike Fries (kiarin), Klaus Kassner (Klaus50), Marie Kimpenhaus (Mause), Oliver Scheithe (Oliver), Corinna Schütt (Corinna), Christiane Schnare (chris48), Jutta Vehling-Walkowiak (Maikaefer), Armin Walkowiak (walko) und von meiner Wenigkeit Herbert Kopp (trebreh).
Der Vorstand wurde gewählt sowie die Mitglieder des Beirates berufen und vieles mehr.
Die erste Vorstandsitzung (VS) und gleichzeitig die erste Mitgliederversammlung (MV) fanden am 25. August 2012 statt. Teilnehmer waren die oben Genannten, die zu dem Zeitpunkt eben auch die einzigen Vereinsmitglieder waren.
Es mussten besonders auch formelle Dinge beschlossen werden – Aufgabenbereiche wurden verteilt. Eintragung des Vereins in das Vereinsregister Hamburg erfolgte am 7. Dezember 2012.
Weitere Infos sind hier zu finden:
http://verwitwet.de/baseportal/ev/ueberuns
Im November 2012 fand eine zweiten VS statt, die Nächste ist für Februar 2013 geplant.
Die Tagesordnung sieht als einen der wichtigsten Punkte die Einberufung und Vorbereitung der ersten "großen" Mitgliederversammlung vor.
Der Zweck des Vereins:
Der Verein „jung verwitwet e.V.“ versteht sich als „selbstlos“. Dies meint, dass der Verein dazu da ist, die Aufgaben, die der Verein sich selbst gesetzt hat, zu erfüllen. Der Verein unterstützt und sichert als Hauptaufgabe den Betrieb des Portals „verwitwet.de“.
Daneben will der Verein Unterstützer, Förderer, Berater, Begleiter sein für Aktivitäten wie Selbsthilfegruppen (SHGs), Gesprächs- und Themenkreise, Themenveranstaltungen, Beratungsaktivitäten Trauerseminare etc.. Der Verein versteht sich bei Veranstaltungen als die Institution, die das Motto „Hilfe für Betroffene“ repräsentiert.
Die Mitglieder in Zahlen:
Die ersten neu hinzukommenden Mitglieder meldeten sich am 5. September 2012 an. Mit Stand 25. Januar 2013 beträgt die Zahl der Vereinsmitglieder nun 85 Personen.
Um ehrlich zu sein, für "große Sprünge" wird es im laufenden Jahr wohl noch nicht reichen. Es wird aber "so gerade eben“ reichen, um sinnvoll agieren zu können.
Wir hoffen sehr darauf, dass im Laufe des Jahres viele weitere Mitglieder zum Unterstützer-Team dazu stoßen werden.
Worauf liegt der Fokus in 2013?
Nun, zunächst und mit erster Priorität, auf dem sicheren Portalbetrieb. Darüber hinaus wird es um die Unterstützung der regionalen Selbsthilfegruppen vor Ort, das Teen-Treffen und um Öffentlichkeitsarbeit gehen.
Unser Wunsch für 2013:
Neben der ja schon oben genanntem Hoffnung auf - viele weitere Mitglieder zum Unterstützer-Team - natürlich, – und das ist der konkrete Wunsch – Austausch auf konstruktiver Basis, immer mit gegenseitigem Respekt und auch mal mit ’nem Augenzwinkern, sowie der Bereitschaft, abweichende Meinungen zu akzeptieren oder doch zumindest zu tolerieren.
VG. Herbert
PS: Wenn du Lust hast mit zu gestalten: werde Vereinsmitglied !
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