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Beitrag von Culadra (1 Beitrag) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 01:17.

  Schwermut

    Hallo,
    seit 1 1/2 Jahren bin ich nun hier angemeldet. Lese meistens nur mit, habe nie selber geschrieben.
    Versuche zu beschreiben, was mich bewegt, lösche Zeilen und schreibe sie neu, weiß gerade selber nicht, was das soll.
    Mir gehts gut, dann wieder nicht...
    Kurz gefasst...
    gibts nicht..
    Keiner versteht mich...
    Alle versuchen...
    Keinem gelingt es...

    Ich bin Andrea, 47, vor 1 1/2 Jahren verlor ich meinen Seelenverwandten, mit 47, spontan und ohne Vorankündigung. Verlor meine Tochter ihren Papa. Seither versuche ich mein Leben in den Griff zu bekommen, bin jetzt umgezogen, in eine neue Wohnung, denke Veränderungen sind das Richtige. Meine Tochter findet das auch, sie ist 17.
    Ich nehme am Leben teil, habe Freunde, habe meine Arbeit, meinen Hund,Eltern. Aber...
    heute gehe ich mit Freunden aus...dann
    sehe ich aus den Augenwinkeln jemanden herantreten...er erinnert mich, dieses weiße Hemd, die Statur, im ersten Moment,
    habe ich es vergessen, ich dachte, er ist es...
    und alles kommt wieder hoch, und KEINER VERSTEHT ES...
    mit niemanden kann man reden, weil alle denken, ich hätte es verarbeitet...

    Da überkommt mich diese unendliche Traurigkeit, die ich mit niemanden teilen kann. Ich komme nach Hause, und dieses Forum fällt mir ein und spontan setzte ich mich hin und schreibe diese Zeilen.

    Danke

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Beitrag von Culadra (1 Beitrag) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 01:17.

  Schwermut

    Hallo,
    seit 1 1/2 Jahren bin ich nun hier angemeldet. Lese meistens nur mit, habe nie selber geschrieben.
    Versuche zu beschreiben, was mich bewegt, lösche Zeilen und schreibe sie neu, weiß gerade selber nicht, was das soll.
    Mir gehts gut, dann wieder nicht...
    Kurz gefasst...
    gibts nicht..
    Keiner versteht mich...
    Alle versuchen...
    Keinem gelingt es...

    Ich bin Andrea, 47, vor 1 1/2 Jahren verlor ich meinen Seelenverwandten, mit 47, spontan und ohne Vorankündigung. Verlor meine Tochter ihren Papa. Seither versuche ich mein Leben in den Griff zu bekommen, bin jetzt umgezogen, in eine neue Wohnung, denke Veränderungen sind das Richtige. Meine Tochter findet das auch, sie ist 17.
    Ich nehme am Leben teil, habe Freunde, habe meine Arbeit, meinen Hund,Eltern. Aber...
    heute gehe ich mit Freunden aus...dann
    sehe ich aus den Augenwinkeln jemanden herantreten...er erinnert mich, dieses weiße Hemd, die Statur, im ersten Moment,
    habe ich es vergessen, ich dachte, er ist es...
    und alles kommt wieder hoch, und KEINER VERSTEHT ES...
    mit niemanden kann man reden, weil alle denken, ich hätte es verarbeitet...

    Da überkommt mich diese unendliche Traurigkeit, die ich mit niemanden teilen kann. Ich komme nach Hause, und dieses Forum fällt mir ein und spontan setzte ich mich hin und schreibe diese Zeilen.

    Danke

Beitrag von blackeyes (1221 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 06:23.

  Re: Schwermut

    Liebe Andrea,

    es ist gut, dass du geschrieben hast. Dass die Welt um uns herum uns versteht, können wir nicht wirklich erwarten und genau so wenig, dass uns die Trauer schon aus ihren "Fängen" entlassen hat, auch wenn wir selbst wieder am Alltag teilhaben.
    Diese ganz schlimme Erfahrung, die wir machen mussten, braucht Zeit, um verarbeitet zu werden. Wenn wir die Trauer zulassen, verliert sie an Schrecken.
    Was dich bewegt, erschreckt oder verunsichert, aber auch deine "Fortschritte" und guten Momente - du kannst es hier "abladen". Hier wird immer jemand sein, der "zuhört" und auch versteht.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Mut, deinen eingeschlagenen Weg weiterzugehen!

    Alles Liebe,
    blackeyes

Beitrag von Nanett (144 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 10:17.

  Re: Schwermut

    Liebe Andrea,
    aber genau deshalb gibt es wohl das Forum: Weil sonst nur Betroffene verstehen können, wie du dich fühlst und nicht bewerten werden.

    Jetzt schon nach 4,5 Monaten merke ich, dass Freunde weniger anrufen und Bekannte weniger nachfragen - so langsam müsste ich doch soweit sein. (Natürlich ist das nicht immer so, aber die Tendenz ist schon da).
    Geschweige denn nach 1,5 Jahren, nicht wahr?

    Und trotz Forums gibt es Momente, in denen wir ganz allein mit unserer Trauer sind. Es ist schwer zu ertragen, aber es ist so.
    Das Schreiben ist ganz gut, finde ich persönlich, weil man dazu eine gewisse Distanz hat und auch Worte formulieren muss, die einem selbst helfen zu reflektieren.

    Liebe Grüße, wir halten zusammen, ohne einander je gesehen zu haben!

    Nanett

Beitrag von Beate17 (113 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 13:01.

  Re: Schwermut

    Liebe Andrea,
    schön das du da bist, auch ich bin erst ein Jahr nach dem Tod meines Mannes zu diesem Forum gekommen, weil ich dachte mit mir kann doch was nicht stimmen. Fast alle um mich herum, denken "man nun ist aber mal gut. Nicht im direkten Gespräch, da hat man immer Verständnis, aber man merkt es, für alle anderen geht das Leben einfach weiter. Hier fühle ich mich verstanden und gut aufgehoben und das tut mir gut.
    Alles Liebe
    Beate

Beitrag von morbus (418 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 16:26.

  Re: Schwermut

    Hej Culadra,
    doch, hier wirst du verstanden, ohne groß erklären zu müssen.
    Hier hört man zu, hier wird man nicht gerügt, weil man "immer noch" trauert.
    Gut, dass du hier bist, dass du dich hierher getraut hast und geschrieben hast.
    Du findest hier Schicksale, die dich fertig machen, aber auch viele Menschen, die genauso erlebt haben wie du und welche wie mich, die das Schlimmste schon vor vielen Jahren ,nämlich mehr als 17, erlebt haben und den "jung" verwitweten Frauen und Männern mit ihren Erfahrungen helfen versuchen.
    Fühl dich gedrückt,
    ich wünsche dir viel Kraft und Mut weiterzumachen,
    lg Britta

Beitrag von cali68 (145 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 16:49.

  Re: Schwermut

    Liebe Andrea,

    das ist das große Problem. Alle um uns denken, wir hätten es wieder verarbeitet. Dabei ist dem noch absolut nicht so. Auch ich musste die Erfahrung machen, dass jetzt, nach fast 6 Monaten, sich keiner mehr für den Tod meines Mannes interessiert. Leider ist das so, für alle geht das Leben weiter, nur für uns steht es still.

    Umso erleichterter bin ich, dass es dieses Forum gibt. Hier darf man so sein, wie man ist. Mit all seiner Trauer und dem Kummer, der uns umgibt. Hier verstehen wir uns, und das ist gut so.

    Liebe Grüße

    cali

Beitrag von Miggel1966 (2 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 20:26.

  Re: Schwermut

    Hallo Cali, Du auch hier ?
    Da kan ich Dir nur recht geben.. Selbst nach knapp über 6 Wochen ist es teilweise so. Niemand fragt mehr. Es ist so, als wenn nie irgend etwas passiert wäre. Nur für uns ist die Zeit stehen geblieben.

    LG Michaela

Beitrag von Molly8 (333 Beiträge) am Samstag, 28.Oktober.2017, 07:58.

  Re: Schwermut

    Guten Morgen!
    Das Thema Schwermut hat im Laufe des Schreibens der Menschen hier auch das Thema :"Reaktion der Anderen " dazu bekommen. Ich mag über beides heute in der Frühe etwas schreiben.
    Nach nunmehr fast zwei Jahren ohne Olaf kann ich sagen, dass mich fast nur Menschen mit der gleichen Erfahrung "begleiten" können und verstehen. Auch ich hätte zwar vorher praktisch geholfen und mich "aufgedrängt"- denn das ist mir klar, dass man nicht auf Menschen gut zugehen kann, wenn man so ein Trauma erlebt hat, also muss die Umgebung tätig werden-aber ob ich feinfühlig nachgefragt oder die richtige Rücksicht genommen hätte, das weiß ich nicht.
    Wenn es dann länger gedauert hätte, hätte ich dann durchgehalten oder lieber mein Leben nur gesehen, weil ich es nicht mehr aushalte? Keine Ahnung?
    Ich weiß, dass das in meiner Kindheit anders war, da wurden die Leichen lange aufgebahrt, man sprach darüber, man erlebte es gemeinsam und man (wir) sprach lange über den Toten, eigentlich bis zum eigenen Tod. Die gegenseitge Hilfe war eh da, aber da wohnten ja auch alle am gleichen Ort, da ging das und die Nachbarn kümmerten sich auch ganz selbstverständlich.
    Wie gehe ich also jetzt mit meiner "Schwermut" und den anderen Menschen um? Ein, zwei Personen sind immer noch mit im Boot und tun mir sehr gut. Bei ihnen rede ich, weine ich, wird mit gefühlt. Alle 10 Tage gehe ich in eine Therapie, die mir hilft mein "neues" Leben zu finden, die mir Mut macht und wo meine Trauer ihren Platz haben kann.
    Ansonsten weine ich täglich- am 8. November jährt es sich-, rede mit Olaf, gehe viel in die Natur um das Werden und Vergehen mir irgendwie begreiflich zu machen.
    Manchmal kommen mir auch einfach so die Tränen, weil ich an etwas mit ihm erinnert werde und dann "dränge" ich es auch Personen auf, die nicht so vertraut damit sind. Dann ist das eben so. Ich bin kaum noch verletzt über komische Reaktionen, mit der Zeit lernte ich damit umzugehen. Es hat aber gedauert, weil ich sehr, sehr dünnhäutig war und mein Selbstbewusstsein im Keller sich befand.
    Jetzt kann ich gut alleine mit mir sein und mich mit all meinen Unzulänglichkeiten und Zulänglichkeiten mögen. Lieber ein schönes mit mir und meinen Hunden sein als ein geselliges Beisammensein, das mir nicht gefällt.
    Wenn es mir eng wird und die Schwermut sich nicht alleine tragen lässt, dann wende ich mich an die zwei Personen, die mit mir das Schwere "tragen" und "ertragen" können und doch noch -wie ich- irgendwo ein Lichtlein sehen.
    Ich wünsche euch allen einen Weg zu finden mit der dunklen Jahreszeit und dem Supergau Tod umgehenn zu können, jede/r auf seine/ihre Art und Weise.
    LG
    Marie-Luise





Beitrag von finchen5 (97 Beiträge) am Samstag, 28.Oktober.2017, 09:29.

  Re: Schwermut

    Hallo Marie-Luise

    du schreibst dass es früher anders war.
    Ich habe vor kurzemZeit auch darüber nachgedacht.
    Mein Vater (mittlerweile 80 Jahre) hat immer von der Nachkriegszeit erzählt, wie viele Frauen durch den Krieg zu Witwen wurden (seine Mutter auch). Wie schwer die Zeit damals für sie war.
    Ich habe mir immer gedacht: wenn die Frauen es damals geschafft haben, dann schaffe ich es auch.
    Als jetzt meine Freundin gestorben ist, habe ich nach der Beerdigung kurz neben ihrem Mann gesessen. Ich spürte seine tiefe Verzweiflung und versprach ihm in den nächsten Tagen vorbeizukommen.
    Ich bekam die Gespräche der anderen Trauergäste mit und mir wurde bewusst wie wenig sie seine Gefühle und das verhalten seiner Tochter nachvollziehen können.
    Wir hatten damals als mein Mann an Krebs erkrankte schon viel zusammen geredet. Meine Freundin litt auch an Krebs. Wir konnten offen über das Thema reden, wie es mit anderen nicht geht.
    Da wurde mir der Unterschied zu der Situation der Kriegswitwen erst bewusst:
    wir treffen uns hier auf verwitwet.de um uns mit Menschen austauschen zu können die uns verstehen.
    Damals trafen die Menschen dieses Verständnis vor der Tür. Es gab so viele die den lang anhaltenden Schmerz des Verlustes kannten, dass der Erfahrungsaustausch normal war und junge Verwitwete keine komischen Exoten.
    Das ist der Grund warum ich dieses Forum brauche.
    Liebe Grüße
    Finchen


Beitrag von Roge (103 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 21:10.

  Re: Schwermut

    Dem kann ich nur zustimmen, genau das Gefühl habe ich auch.
    Am liebsten würde ich alle schütteln und Fragen ob sie noch normal sind, einfach weitermachen wie bisher.
    Aber ich glaube es ist wohl eher so, das ich nicht normal bin, meine Welt ist kaputt die andere Welt so weit weg
    Liebe Grüsse
    Roge

Beitrag von Mtswc (32 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 21:28.

  Re: Schwermut

    Genau. unsere Welt ist kaputt..
    Ich denke immer...meine Tasche des Lebens wurde ausgeschüttet und ich Krabbel auf dem Boden rum und versuche sie wieder ein zu packen....was nicht wirklich funktioniert. selbst nach fast 8 Monaten nicht.

Beitrag von Betti16 (19 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 18:54.

  Re: Schwermut

    Liebe Andrea,

    was du beschreibst, können viele bestimmt teilen.
    Auch ich versuche, mich einigermaßen ins Leben "zurück zu kämpfen", Freundschaften weiter zu pflegen und mich nicht zu verschließen ... irgendwie am Leben teilzuhaben ... und das gelingt manchmal besser, manchmal überhaupt nicht.
    Von einer Sekunde auf die andere - durch ein Wort, einen Geruch, was auch immer, kommen die Erinnerungen wie ein Faustschlag schmerzhaft hoch - und ich liege wieder am Boden.
    Bei mir sind es jetzt 14 Monate, dass mein Mann plötzlich -auch ohne Vorankündigung - verstorben ist und ich in einen Abgrund gekürzt bin. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass nach einem Jahr die "Schonfrist" für mich vorbei ist.
    Ich muss sagen, dass es mir sehr weh tut, dass langsam kaum noch jemand ehrlich fragt: "Wie geht es dir?" Oder dass ich über meinen Mann und dieses ständige Vermissen sprechen kann ... Stattdessen höre ich oft "Du bist ja so stark!" Dabei fühle ich mich wie der kleine David, der gegen den übermächtigen Goliath kämpfen muss.
    Aber ich glaube es ist wirklich so, dass unsere Umwelt das Ausmaß unserer Katastrophe nicht nachempfinden kann - bei allem guten Willen.
    Aber hier im Forum wirst du verstanden und kannst Gedanken und Nöte teilen! Ich schreibe auch nicht so viel, aber es tut einfach gut, zu lesen, dass es anderen ähnlich geht und man nicht "verrückt" ist.
    Und auch Nachrichten von länger Verwitweten, die uns sagen, dass es "anders besser" wird ... irgendwann ... das hilft doch, jeden Tag wieder aufzustehen und weiterzugehen ....
    Ich wünsche dir und uns allen Kraft und immer wieder einen Hoffnungsschimmer für unseren Weg!
    Liebe Grüße
    Gabi


Beitrag von Mtswc (32 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 20:54.

  Re: Schwermut

    genauso ist es.
    man geht wieder in die Stadt , lässt sich auf Geburtstage sehen. geht mit dem Hund raus. man lacht und führt Gespräche.
    kocht für die Freunde der Kinder..Hütte voll.. und daher denken alle...alles gut.
    sie ist drüber weg😢


Beitrag von Nanett (144 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 21:09.

  Re: Schwermut

    Ja, so ist es wirklich.... Ich bin aktiv geblieben, und dann glauben alle, ich hätte es jetzt gepackt (nach 4,5 Monaten... ), weil ich ach so taff wirke....

    Und nun kommt die Dunkelheit so früh, und dann die Sehnsucht nach einem gemütlichen Abend zu zweit. Oft machte Peter etwas anderes als ich abends, aber die Türen waren offen, wir hörten einander, wir waren zusammen. Manchmal genervt vom anderen, aber was würde ich jetzt nicht alles geben, um mich wieder genervt zu fühlen (jetzt muss ich selbst grinsen...)!

    Aber mir ist klar, dass man von anderen, nicht Betroffenen, nicht mehr erwarten darf.
    Am Ende ist jeder von uns einsam mit dem eigenen Kummer, dem eigenen Schmerz, der unendlichen Sehnsucht... Im Forum wissen wir, dass das alle kennen, aber jeder von uns muss selbst durch...

    Oft, wenn ich mich in verwitwet.de einlogge, zucke ich zusammen und sage mir: Nee, nee - das kann nicht sein, dass DU es bist, verwitwet?!

    Aber dann doch, und es sind so viele, und fast täglich Neue im Forum. Schaurig eigentlich. Aber schön, dass wir uns alle zusammentun...

    Liebe Grüße
    Nanett

    *** editiert von Nanett am Donnerstag, 26.10.2017, 21:10 ***

Beitrag von blackeyes (1221 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 21:56.

  Re: Schwermut

    *** Oft machte Peter etwas anderes als ich abends, aber die Türen waren offen, wir hörten einander, wir waren zusammen. Manchmal genervt vom anderen, aber was würde ich jetzt nicht alles geben, um mich wieder genervt zu fühlen (jetzt muss ich selbst grinsen...)! ***

    Ach Nanett, wenn du wüsstest, wie sehr du mir aus der Seele sprichst!
    Und erst kürzlich habe ich zu einer lieben Bekannten gesagt: "Ich würde wahrhaftig, um es mit Hölderlin auszudrücken, jahrtausendelang die Sterne durchwandern... um ihm einmal wieder zu begegnen."

    :-( Liebe Grüße,
    blackeyes

Beitrag von Nanett (144 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 09:52.

  Re: Schwermut

    Guten Morgen, blackeyes,

    ich mache mit bei der jahrtausendelangen Suche durch die Sterne!

    LG
    Nanett

    *** editiert von Nanett am Freitag, 27.10.2017, 09:53 ***

Beitrag von blackeyes (1221 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 12:47.

  Re: Schwermut

    :-) Ich danke dir, Nanett, ob wir sie finden werden, unsere Liebsten?
    Wenn nicht dort auf der Wanderung, dann zumindest in unseren Träumen, bei Tag oder Nacht - es spielt keine Rolle - oder?
    Ich habe während der ganzen Zeit seit diesem furchtbaren Tag noch nie so viel von meinem Mann geträumt wie in den letzten Wochen.

    LG,
    blackeyes

Beitrag von Nanett (144 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 18:42.

  Re: Schwermut

    Liebe Blackeyes,
    von deinem Mann geträumt?
    Ich gar nicht.....
    Sei froh! (oder nicht??).
    LG
    Nanett

Beitrag von blackeyes (1221 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 21:43.

  Re: Schwermut

    Liebe Nanett,

    ich habe in der ersten Zeit kaum von meinem Mann geträumt, so wenig sogar, dass ich kurz nach meiner Anmeldung hier bei verwitwet einen Thread mit dieser Frage eröffnet habe: Warum träume ich nicht von ihm?
    Das hat sich geändert. Ich träume jetzt öfter von ihm. Und sofort am Morgen, wenn der Traum noch klar in meinem Kopf ist oder auch, wenn er erst im Laufe des Tages wieder "erscheint", schreibe ich ihn auf. Ja, ich träume gern von meinem Mann!

    LG,
    blackeyes

Beitrag von Fabiane (114 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 22:03.

  Re: Schwermut

    Ja, jeden Morgen überlege ich als erstes, ob ich von meinem Mann geträumt habe. Wenn ja, dann freue ich mich und schreibe den Traum auf. Wenn nein, dann sage ich zu ihm: lass doch bitte bald von Dir hören ...

Beitrag von spanisheye (33 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 21:18.

  Re: Schwermut

    Ein Jahr ist seit dem Supergau vergangen. Ich habe alle Trauerwellen die es gibt durchlitten. Wache jeden Freitag so gegen drei Uhr auf, er ist um 3,35 Uhr ohne mich auf der Its gestorben. Nur von ihm geträumt habe ich bis vor drei Wochen nicht.
    Dann dieser Traum: Er stand vor mir und sagte, ich verlasse dich, ich kann nicht mehr mit dir leben. Ich war total verzweifelt, habe geweint und ihn gefragt, wer ist sie? Er hat nur gelächelt und gesagt, ich gehe, du kannst mich nicht zurückhalten. Ich habe geschriehen, bitte nicht....
    Ich bin mit wahnsinniger Angst wach geworden.
    Meine Psychologin sagt, sie fangen jetzt an den Tod ihres Mannes zu verarbeiten.
    Warum muss das alles nur so weh tun?

Beitrag von Ruf1988 (119 Beiträge) am Donnerstag, 26.Oktober.2017, 22:27.

  Re: Schwermut

    Diese unendliche Traurigkeit, die man mit niemandem teilen kann, ja, du hast so recht damit, liebe Andrea.
    Der Schmerz ist an manchen Tagen so stark. Die Sehnsucht so groß . Verstehen kann das niemand, ausser euch hier.
    Lg Feli

Beitrag von Lesegern (169 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 18:33.

  Re: Schwermut

    Es ist oft pute Gedankenlosigkeit von anderen. So eie meine Kollegin die heute auf ihrem Schreibtisch mit gegenüber eine Vase mit einer langstieligen Rose platzierte. Ein Geschenk ihres Mannes zum Hochzeitsjubiläum...Muss ja unbedingtcauf den Schreibtisch. Und nebenhet die Geschichten ach wie gerne sie denn Samstags mit ihrem Mann einkaufen geht oder abends spazieren und und und ...

Beitrag von Miggel1966 (2 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 19:17.

  Re: Schwermut

    Die Gedankenlosigkeit, nicht absichtlich, aber genau das ist es. Da muss man mal eben mit seinem Schatzi telefonieren, man steht daneben. Dann wird man fragend angeschaut. Das erlebe ich täglich. Das tut so weh. Ich schreibe noch heute jeden Tag eine Nachricht an die Nummer meines Mannes. Wochenlang habe ich das getan, als er im Krankenhaus lag. Immer und immer wieder. Und das Einkaufen ist auch so schwer, man greift immer wieder zu den Dingen, die er gerne gemocht hat oder steht wehmütig davor.
    Alles anders und nicht mehr schön. Was würde ich dafür geben.......

Beitrag von Stippi (154 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 22:00.

  Re: Schwermut

    Hallo Andrea,

    Es ist gut und richtig dass Du hier geschrieben hast.

    Unsere Schicksale, jedes einzelne, kann man nicht kurzfassen. Niemand scheint uns zu verstehen...

    Ich will unseren Weg mit einer Bergtour vergleichen. Dazu muss man wissen dass ich Bergtouren absolut hasse (aber so richtig und wirklich, obwohl ich mal im wunderschönen Himalaya-Gebirge unterwegs war...)

    Es geht bergauf, keinen Atem, Muskelkrämpfe... dann etwas eben, die Muskeln erholen sich, man kann die Natur bewundern und hört das Leben im Wald, es geht uns gut... plötzlich wieder Anstieg, man stolpert über Steine, verliert fast das Gleichgewicht, wieder gerät man ausser Atem... und so weiter... Am Ende erwartet uns eine tolle Almterrasse mit einem kalten Bier oder einem schönen Eis .

    Liebe Andrea, egal wo Du dich gerade befindest auf dieser Bergtour, irgend jemand von uns spaziert oder keucht neben dir. Du bist nicht allein. Teil Dich mit. Hier versteht man Dich.

    Ganz liebe Grüsse,

    Stippi (momentan stolpere ich über kleine Felsbrocken) ;-)

Beitrag von Ruf1988 (119 Beiträge) am Freitag, 27.Oktober.2017, 22:36.

  Re: Schwermut

    Liebe Stippi,
    das hast du sehr treffend beschrieben, genauso fühlt es sich an.

    Lg Feli

Beitrag von wirdschon (5 Beiträge) am Sonntag, 29.Oktober.2017, 12:24.

  Re: Schwermut

    Du Liebe,

    ich verstehe Dich!
    Nach Außen scheint man wieder "normal" zu leben, beteiligt sich an Gesprächen, geht einkaufen, arbeiten, lacht auch mal. Die Umgebung ist erleichtert, endlich hat sie es überwunden. Aber du, in deinem Inneren, nur du allein weißt, wie es dir wirklich geht. Und du willst deine Umgebung nicht ständig nur mit dem einen Thema konfrontieren. Du denkst ihr Verständnis ist jetzt erschöpft und wahrscheinlich ist es das auch. Und es tut dir weh, wenn nicht mehr über ihn, über euch, über das, was euch geschehen ist, geredet wird. Weil es dann ist, als wäre es nicht geschehen. Du fühlst dich so allein. Wem sollt du denn sagen, wie sehr du ihn vermisst? Wer soll es denn verstehen, der es nicht selbst erfahren hat.
    Ich verstehe Dich!
    Sei ganz lieb gegrüßt, Vera.

Beitrag von Shania2701 (15 Beiträge) am Sonntag, 29.Oktober.2017, 13:31.

  Re: Schwermut

    Genauso ist es, für die Aussenstehenden geht das Leben weiter,aber meines ist kaputt. Mein Mann ist vor 4 Monaten nach einem Jahr grossen Kampfes gestorben.zuerst ging es mir ganz gut, aber jetzt fühle ich mich jeden Tag einsamer. Die Anrufe und Hilfsangebote werden selten und irgendwie ist er für die anderen schon vergessen. Wahrscheinlich kann es jemand der das noch nicht durchlebt hat auch nicht verstehen. Aber die Einsamkeit und das viele Alleinsein ist schon sehr belastend.
    Liebe Grüsse Shania

Beitrag von Nanett (144 Beiträge) am Sonntag, 29.Oktober.2017, 14:39.

  Re: Schwermut

    Liebe Shania,

    mir geht es genauso. Nach Peters Tod (es sind 4,75 Monate her..) ging es mir besser als heute (ich hatte auch viel zu tun, weil ich wegziehe). Die Einsamkeit und diese elende Traurigkeit kommen jetzt erst richtig raus, ich fühle mich auch jeden Tag einsamer. Und was die Freunde angeht, ergeht es mir wie dir. Anrufe sind seltener. Hilfsangebote zwar schon im Rahmen meines bevorstehenden Umzugs, aber von ganz wenigen (wobei es mir ja schon genügt und ich diesen sehr dankbar bin). Alle Floskeln wie "WEnn du was brauchst, dann..." sind Floskeln geblieben.

    Ich bin niemandem böse deshalb. Es macht mich nur trauriger und einsamer.
    Ich werde mir nach meinem Umzug einen neuen Freundeskreis aufbauen. Die alten Freunde sind noch vor Ort (ich ziehe in unseren früheren Wohnort zurück), aber wenn sie jetzt schon schlapp machen, werde ich sie nicht aktiv suchen.
    Das gehört wohl, wie ich in vielen Büchern gelesen habe, zum sog. Neuanfang dazu: Das Leben wird ziemlich komplett neu, die FReunde auch. Es ist schwer, aber wer weiß, es ist vielleicht auch besser so...

    Ich fürchte, es geht allen hier mehr oder weniger auch so...

    Fühle dich gedrückt!
    LG
    Nanett


Beitrag von Spax (13 Beiträge) am Sonntag, 29.Oktober.2017, 22:32.

  Re: Schwermut

    Hallo
    Ich habe gerade Eure Beiträge gelesen, und sie haben mir etwas Angst vor der Zukunft gemacht..Es ist jetzt 4 Wochen her und wir 3 versuchen "ins Leben" zurück zu finden. Es gibt Tage an denen man glaubt die Situation schon einmal erlebt zu haben und gleich geht die Tür auf und sie kommt herein so wie früher....vergebens. Es ist wie es ist und wir werden sie niemals wieder sehen, hören oder gar spüren. Die Mädchen haben Traumfänger geschenkt bekommen, sie sagen sie träumen nun besser. Ich schlafe relativ ruhig ohne Träume. Die viele Arbeit im Haushalt neben dem Job lenkt mich ab. Ja ich fühle mich auch sehr einsam....das ist wahr...noch ist das Netzwerk vorhanden, aber ich bin sicher es passiert das gleiche wie bei Euch das es mit der Zeit weniger wird. Niemand fragt dann mehr wie es einem geht...das kann ich gut nachvollziehen wir waren für 3 Jahre im Ausland, als wir zurückkamen fragte fast niemand wie es uns da ergangen ist, ich konnte das damals nicht verstehen.....heute weiß ich es besser, die Menschen konnten nicht damit umgehen, da die meisten solch einen Schritt nicht wagen würden...und so geht es uns wahrscheinlich auch mit dem Verlust des Partners....sie können nicht nachvollziehen wie es uns wirklich geht....und deshalb geht alles in die Normalität über....aber leider nicht für uns.....und trotzdem schaue ich positiv in die Zukunft, und denke oft an den Spruch meiner Oma, wenn es nicht mehr weitergeht kommt von irgendwo ein Lichtlein her.....

Beitrag von Roge (103 Beiträge) am Sonntag, 29.Oktober.2017, 23:00.

  Re: Schwermut

    Hallo Spax,
    Ich habe gerade Deinen Beitrag gelesen und musste lächeln, der Spruch Deiner Oma ist auch mein Lieblingsspruch.
    Er hat sich für mich bisher immer bewahrheitet ob er es jetzt tut bleibt abzuwarten ich hoffe es sehr nicht nur für mich sondern für uns alle.
    Gute Nacht
    Roge


  Abschied nehmen,heilen,loslassen   Heike18 21.8.19, 09:27
  Mir wird die Zeit zu lange   Molly8 21.8.19, 05:43
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  Re: Mir wird die Zeit zu lange   RehTse 21.8.19, 10:00
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  Re: Entdeckungen   Holzkopf 20.8.19, 09:47
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  Intensivstation   Zimti 19.8.19, 21:52
  Re: Intensivstation   rose2 19.8.19, 22:11
  Re: Intensivstation   eibe1005 19.8.19, 22:51
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  Re: Trauer Tattoo   Heike18 19.8.19, 10:15
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  Re: Witwenrente   Heike18 5.7.19, 12:26
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  Re: Witwenrente   maks2708 5.7.19, 17:31
  Re: Witwenrente   everest 5.7.19, 21:00
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  Re: Erziehungsrente   Janca 11.7.19, 16:12
  Re: Erziehungsrente   11mar2019 12.7.19, 22:17
  Re: Erziehungsrente   Janca 15.7.19, 15:35
  Fast 14 Monate   Maren2708 2.7.19, 20:23
  Re: Fast 14 Monate   Stippi 2.7.19, 22:24
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 3.7.19, 16:50
  Re: Fast 14 Monate   annaresi 2.7.19, 23:03
  Re: Fast 14 Monate   Jensi46 3.7.19, 07:48
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 3.7.19, 16:23
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 3.7.19, 16:51
  Re: Fast 14 Monate   utel55 3.7.19, 17:48
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 3.7.19, 19:06
  Re: Fast 14 Monate   Mircha 3.7.19, 10:50
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 3.7.19, 16:39
  Re: Fast 14 Monate   Andy58 3.7.19, 10:54
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 3.7.19, 16:46
  Re: Fast 14 Monate   lavendel83 3.7.19, 22:02
  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 4.7.19, 14:31
  Re: Fast 14 Monate   lavendel83 4.7.19, 21:27
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  Re: Fast 14 Monate   lavendel83 5.7.19, 22:54
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  Re: Fast 14 Monate   Maren2708 4.7.19, 14:15
  Papierkram   Heike18 1.7.19, 15:57
  Re: Papierkram   Holzkopf 1.7.19, 20:36
  Re: Papierkram   Heike18 1.7.19, 22:17
  Re: Papierkram   Sonne68 2.7.19, 07:30
  Re: Papierkram   Heike18 2.7.19, 12:50
  Re: Papierkram   eibe1005 15.7.19, 11:58
  Nie mehr    M-1981 1.7.19, 13:43
  Re: Nie mehr    annaresi 1.7.19, 23:30
  Re: Nie mehr    M-1981 2.7.19, 07:47
  Re: Nie mehr    blackeyes 2.7.19, 10:34
  Fassungslosigkeit   hora 20.6.19, 11:22
  Re: Fassungslosigkeit   hora 20.6.19, 13:02
  Loslassen- was heißt das ??   Lesegern 29.5.19, 12:00
  Re: Loslassen- was heißt das ??   conny2 29.5.19, 13:34
  Re: Loslassen- was heißt das ??   conny2 30.5.19, 07:28
  Re: Loslassen- was heißt das ??   utel55 30.5.19, 08:58
  Re: Loslassen- was heißt das ??   everest 30.5.19, 09:21
  Re: Loslassen- was heißt das ??   conny2 30.5.19, 10:29
  Re: Loslassen- was heißt das ??   everest 30.5.19, 16:49
  Re: Loslassen- was heißt das ??   conny2 30.5.19, 18:01
  Re: Loslassen- was heißt das ??   Nafets 30.5.19, 20:13
  Re: Loslassen- was heißt das ??   everest 29.5.19, 14:37
  Re: Loslassen- was heißt das ??   hora 20.6.19, 13:08



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