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Beitrag von MiJo (4 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 17:31.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Maria,
    ich fühle mich angesprochen und hatte mir eigentlich auch immer so eine Frage in die Runde vorgenommen, weil mich die letzten Jahre seit der Diagnose auch noch sehr stark beschäftigen, die Erlebnisse sich wohl ähneln und sich von denen mit anderer Erkrankung unterscheiden. Nach den Einträgen im "Who is who" gibt es noch einige andere hier, die ihren Partner oder ihre Partnerin an diese fürchterliche Krankheit verloren haben. Ich bin gespannt, ob sich noch andere für einen Austausch melden. Im Moment sitzt mein kleiner Sohn in der Badewanne, deshalb kann ich nicht in Ruhe schreiben, aber das hole ich auf jeden Fall nach!
    Erst mal alles Liebe,
    Miriam (MiJo)

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Beitrag von Maria1209 (13 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 16:03.

  Diagnose Gehirntumor

    Mein Mann Robert ist am 08.04.2017 an einem Gehirntumor verstorben. Mich beschäftigt immer noch die Erfahrung mit dieser Erkrankung und ich spüre, dass ich mich gerne mit jemandem austauschen möchte, dessen PartnerIn auch an einem Gehirntumor verstorben ist.
    Wer sich angesprochen fühlt...ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

    Alles Liebe für Euch
    Maria1209

Beitrag von MiJo (4 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 17:31.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Maria,
    ich fühle mich angesprochen und hatte mir eigentlich auch immer so eine Frage in die Runde vorgenommen, weil mich die letzten Jahre seit der Diagnose auch noch sehr stark beschäftigen, die Erlebnisse sich wohl ähneln und sich von denen mit anderer Erkrankung unterscheiden. Nach den Einträgen im "Who is who" gibt es noch einige andere hier, die ihren Partner oder ihre Partnerin an diese fürchterliche Krankheit verloren haben. Ich bin gespannt, ob sich noch andere für einen Austausch melden. Im Moment sitzt mein kleiner Sohn in der Badewanne, deshalb kann ich nicht in Ruhe schreiben, aber das hole ich auf jeden Fall nach!
    Erst mal alles Liebe,
    Miriam (MiJo)

Beitrag von Maria1209 (13 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 19:38.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Miriam,

    ich freue mich, dass Du Dich auch meldest und dass meine Frage auch noch andere hier beschäftigt. Ich habe es genauso wie Du gemacht und heute geschaut, wer hier denn noch mit dieser wirklich schweren Erkrankung des Partners umgehen musste. Dann badet erst einmal in Ruhe!
    Liebe Grüße
    Maria

Beitrag von MiJo (4 Beiträge) am Montag, 12.Februar.2018, 14:16.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Hallo Maria, hallo Lights,

    mein Mann ist im Januar 2014 einfach umgefallen, gerade als er von seinem Arbeitsplatz aufbrechen und nach Hause kommen wollte. Er konnte mich irgendwie "danach" anrufen und mir erzählen, dass er umgefallen sei, keine Erinnerung an das "Ereignis" habe, aber schlimme Schmerzen an der (blutig gebissenen) Zunge und starken Muskelkater vor allem an den Schulterblättern. Wir konnten uns über die Ursachen überhaupt keinen Reim machen und dachten zunächst, es sei so eine Art Überarbeitung, er hatte beruflich immer viel geleistet. Natürlich war es ein epileptischer Anfall, das war uns alles aber in dem Moment noch nicht klar. Es gab keine Vorgeschichte, er war immer gesund. Er kam in das nächstgelegene Krankenhaus in die neurologische Abteilung, wo die Untersuchungen erst einmal ergeben haben: kein Schlaganfall, kein Tumor ... Erst durch viele weitere Untersuchungen, die Biopsie ergab noch Astrozytom III, wurde durch die Operation klar, dass es sich um ein Glioblastom handelt, rechts frontal lokalisiert. - Ich raffe meinen Bericht an dieser Stelle auch. - Wir haben die nächsten zwei Jahre versucht, unser Leben weiterzuleben, insbesondere für unsere damals 5jährige Tochter, und seit August 2014 auch für unseren Sohn (der positive Schwangerschaftstest war etwa drei Wochen vor dem Anfall und dem Beginn der Krankheitsgeschichte ...). Mein Mann wurde im April 2014 operiert, es folgte die Standardbehandlung, dann musste er im Februar 2016 wegen eines Rezidivs erneut operiert werden und - nachdem sich sein Zustand im Laufe des Sommers und Herbstes massiv verschlechtert hatte - im November 2016 noch einmal. Die Anfälle hatten sich gehäuft, und eigentlich hat er sich schon auf sein Ende eingestellt. Das hat er auch mal direkt gesagt, als meine Tochter dabei war: "Ich sterbe jetzt". Ein Glück hatten wir just in diesem Moment Besuch von unserem wirklich tollen Seelsorger, der uns in dieser Schocksituation aufgefangen hat. Nach der dritten OP war er nicht mehr er selbst. Kurz- und Langzeitgedächtnis geschädigt, Spasmus auf der linken Seite, v.a. in seiner Hand, immer schlimmer werdende Wortfindungsstörungen und sicher immer mehr verstärkende Aggressivität. Hin und wieder primitive Ausfälle, die ich an ihm überhaupt nicht kannte - das alles löste natürlich furchtbares Entsetzen in mir aus, aber letzten Endes musste ich für alle aus der Familie da sein, so dass ich in dieser Phase das Entsetzen total verdrängt und eben "funktioniert" habe. Es war ein schier nicht zu bewältigender Spagat - fröhlich mit meinen kleinen Kindern spielen und auf der anderen Seite den mir völlig entfremdeten Mann pflegen. Eigentlich war ich damit emotional völlig überfordert, und die Entfremdung ist im Rückblick eigentlich auch das Schmerzhafteste, immer wieder habe ich auch Schuldgefühle ... Die Aggressivität hat irgendwann unsere Familie so sehr belastet, dass wir uns entschlossen haben, eine Medikamentenumstellung im Krankenhaus zu versuchen (ein bestimmtes Anti-Epileptikum steht im Verdacht, Aggressionen auszulösen). Das Ergebnis, nach Wochen (!) im Dauerschlaf war eigentlich positiv, er war wieder der freundliche, lustige und zugewandte Mann, der er immer war. Aber eben mit starken und irgendwann sehr starken kognitiven Einschränkungen. Nach dem Krankenhausaufenthalt wurde er noch einmal in eine neurologische Reha verbracht, die aber eigentlich nichts mehr für ihn tun konnten. Am Ende dieser Wochen habe ich mich - wie Du, Maria - entschlossen, ihn in einem Pflegeheim betreuen zu lassen. Sehr schweren Herzens, das ist klar. Und zunächst auch nur in Form einer Kurzzeitpflege, so dachte ich. Elf Tage in diesem Pflegeheim, wo sein Anblick unter lauter alten Menschen so schrecklich war, ist er gestorben. Wir wurden glücklicherweise genau zum richtigen Zeitpunkt informiert, seine Familie war gerade zu Besuch (hat er auf diesen Moment gewartet?!), und wir konnten bis zum Ende bei ihm sein. Es war ein friedliches Ende, wenn man das überhaupt beurteilen kann. Er hat immer wieder nach meiner Hand getastet, so wie er das noch vermochte, und das war für mich natürlich ein ultimatives Zeichen seiner Liebe. Ich bin froh, dass wir bei ihm sein konnten, und er nicht allein sterben musste. Und diese Nacht werde ich sicher nie vergessen.

    Das ist jetzt ein halbes Jahr her. "Durch" bin ich damit noch lange nicht.

    Ich höre jetzt erst mal auf, der Bericht wühlt ja so viel wieder auf.

    Ganz herzliche Grüße!
    Miriam (MiJo)

Beitrag von Maria1209 (13 Beiträge) am Montag, 12.Februar.2018, 15:43.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Miriam,
    bei der Lektüre Deines Berichtes kamen mir die Tränen, ich musste einmal tief durchatmen.
    Als Erstes möchte ich Dir sagen, dass Du mein tiefstes Mitgefühl hast und ich eine RIESIGE Achtung vor Eurem/Deinem Weg habe. Zum Thema Aggression kann ich Folgendes erzählen:
    Die Aggression war durch Roberts Hirnschädigung, bevor der Tumor kam,eher eine Verzweiflung, dass er sein Leben nicht mehr so leben konnte wie zuvor. Und er fühlte sich ja als vollständiger Mann, konnte seine Defizite nicht so einordnen. Zwischendurch gab es auch Tage, an denen er traurig war, weil er gespürt hat, dass er anderen Grenzen hatte, als vor seiner Erkrankung.
    Als der Gehirntumor kam, war er eher aggressiv, wenn er überfordert war. Da mussten wir sehr feinfühlig sein. Wenn es soweit war, haben wir ihn schnell aus dem Verkehr gezogen. Ihn eingeladen, sich auszuruhen. Manchmal haben wir leise Musik angemacht und er hat vor sich hingepfiffen....Einmal ist er bei einer Therapeutin derart ausgeflippt, dass ich dachte, gleich kommt eine epileptischer Anfall. Die Frau hat mir sehr leid getan. Und unseren Schwager, seinen treuesten Besucher und Begleiter während der fast fünfjährigen Erkrankung hat er ebenso behandelt und das mehrmals. Es hat mir das Herz zerrissen für die Beiden, waren sie doch eigentlich beste Freunde! Kurz vor seinem Tod, als Robert schon nicht mehr bei sich war, habe ich meinen Schwager angerufen und er ist sofort gekommen, um sich in Frieden von Robert zu verabschieden. Das war sehr schwer für ihn. Er hat Roberts Kopf gestreichelt und sich im Stillen mit ihm versöhnt und dannn verabschiedet. Du musst Dir vorstellen, Robert war mit seiner Hirnschädigung wie ein großer Junge. Ich denke an Deine Kinder, die Du sicher (so wie ich es mit meinen früher auch getan habe) mit einem Eis, einem Spiel oder einem schönen Vorhaben gut ablenken kannst. So war das mit Robert auch. Er war ab Dez. 2012 mein drittes Kind. Den Spagat, den Du beschreibst, habe ich zum Einen im Kontakt mit Robert erlebt: Als seine Frau, die ein großes Kind an der Hand hat. Er ist sehr gerne in unserer Heimatstadt mit mir in den Stadtkern gegangen. Erhoffte sich, Bekannte zu treffen. In dieser Hoffnung hat er dann wildfremde Menschen angesprochen, die völlig irritiert waren. Ich habe mich manchmal geschämt, obwohl er doch nichts dafür konnte und dann kam ich mir schlecht vor. Ich habe mit ihm Kinderlieder gesungen und dachte gleichzeitig, ich bin im falschen Film. Ich war fröhlich bei ihm, obwohl mir zum Heulen war. Der zweite Spagat war, dass ich viel Arbeiten musste, um das Pflegeheim zu finanzieren. Ausser dem Pflegegeld musste ich komplett selbst finanzieren. Wir haben ein Zweifamilienhaus, da bekommt man keine weiteren Zuschüsse. Meine Schwiegermutter hat bis vier Monate nach Roberts Erkrankung bei uns gewohnt. Sie hatte Pflegestufe eins und Robert hatte sich, weil er im Vorruhestand war, um sie gekümmert. Nun musste sie auch ins Altenwohnheim, ich habe die Wohnung mit Hilfe unseres Sohnes und Freunden renoviert, damit ich sie vermieten kann und das ganze überhaupt finanziell irgenwie schaffe. Dann wollte die Stelle für Pflegegeld auch noch, dass ich meine Schwiegermutter mit finaziere, weil sie ein Wohnrecht bei uns hat. Ich wusste vor lauter finanzieller Not nicht mehr ein noch aus. Aber irgendwie habe ich es geschafft.
    So, jetzt brauche ich auch wieder ein Pause, das Thema schlechtes Gewissen geht mir auch nach....
    Ich wünsche Dir trotz allem einen guten Tag.

    Liebe Grüße
    Maria1209

Beitrag von Lights (11 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 17:39.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Maria,

    meine Frau ist am 01.04.2017 auch an einem Gehirntumor verstorben. Die Erstdiagnose war im Oktober 2012, damals noch ein Astrozytom Grad II. Leider ist der Tumor dann im Herbst 2016 zu einem Glioblastom malignisiert.

    Ich hatte mich sehr intensiv mit dem Thema Hirntumore auseinandergesetzt. Zwei meiner Freunde sind Ärzte die uns bis zuletzt beigestanden und beraten haben. Die ganzen Eindrücke, vor allem auch der Rückschläge und Pflege beschäftigen mich immer noch sehr.

    Wir können uns sehr gerne über unsere Erfahrungen austauschen.

    Herzliche Grüße

    Lights

Beitrag von Maria1209 (13 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 19:33.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Lieber Lights,

    schön, dass Du Dich mir geantwortet hast.
    Die Diagnose Gehirntumor kam bei uns am 12. Dezember 2016. Glioblastom 3 oder 4 Grad. Wir wissen es nicht genau, weil Robert nicht operiert wurde.
    Jetzt muss ich mal ein bisschen ausholen:
    Robert ist am 2. Dezember 2012 auf dem Nachhauseweg einfach umgefallen. Herzkammerflimmern mit Herz- und Kreislaufzusammenbruch. Er wurde innerhalb einer Stunde fünfmal reanimiert.
    Danach hoffen und bangen, zwei Wochen Intensivstation in unserem Krankenhaus. Die Schwestern haben gedrängt, dass er in die Reha kommt, die Ärzte wollten ihm erst einen Defibrillator einsetzen.
    Robert lag im Koma und wurde langsam wieder ins Leben geholt. Diagnose: Schwerer Gehirnschaden wegen Sauerstoffmangel. Es ging nichts mehr. Er bewegte sich wie ein Schwerstbehinderter, konnte weder sprechen noch essen, noch sonst irgendetwas. Lange Wochen Reha in Hattingen. Zum Schluß konnte er schon wieder einige Schritte gehen. Hier fingen meine Fragen schon an. Auch die Ärzte konnten keine Prognose geben. Das Gehirn ist ein Geheimnis....
    Robert hatte relativ schnell wieder einen Bezug zu mir. Selbst als er noch nicht sprechen konnte, habe ich gespürt, dass er weiss, dass ich zu ihm gehöre. Mit den Kindern und anderen vertrauten Menschen hatte er eine sog. Personenverkennung. Wenn eine alte Dame vorbeiging, sagte er z. B., da ist Anne (unsere Tochter).
    Schweren Herzens habe ich entschieden, Robert in eine Pflegeheim für "junges Wohnen" zu geben. 30 km von uns entfernt. Er konnte nach geraumer Zeit wieder gehen, alleine Essen und sprechen (er war ständig in Behandlung mit den 3 Säulen Physiotherapie, Ergotherapie und Logotherapie). Was er verloren hat, war sein Kurzzeitgedächtnis und dementsprechend war er desorientiert. Die Kinder haben immer gehofft und auch irgendwie erwartet, dass ihr Papa wieder nach Hause kommt. Irgendwann haben sie dann doch begriffen, dass ich dabei zugrunde gehen würde. Grausam waren manche Menschen im Umfeld. Man hat es Robert nicht immer sofort angemerkt, dass etwas nicht mit ihm stimmt und da er doch lief und "die Hände bewegen" konnte, meinten viele, er könne jetzt doch nach Hause. Jetzt mache ich einmal einen Schnitt und gehe in das Jahr 2016, sonst würde das hier zu lang.
    Im Sommer 2016 veränderte Robert sich: Er sprach wieder schlechter, das Gangbild wurde wieder auffälliger und überhaupt wirkte er wieder geistig verwirrter. Ich habe ihn beim Neurologen als auch bei seinem Gerontopsychater vorgestellt. Sie meinten, das sein nun eine beschleunigte Alterserscheinung aufgrund seines Gehirnschadens. Bis ich energisch ein MRT eingefordert habe: Gehirntumor 6,5 cm, nicht heilbar.
    Robert war an dem Tag der Diagnosestellung völlig verwirrt und zwei ausländische Ärzte haben uns dann die Diagnose im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren gehauen. Ich war ausser mir. Die Ärzte wollten Robert gleich einweisen, haben es dann doch lieber gelassen, nachdem ich gefragt habe, wer denn auf ihn aufpassen wolle.... Dieser Tag war ein einziger Albtraum für mich. Ich habe eine Nacht lang gewacht und gebetet und dann entschieden, Robert eine OP, Chemotherapie und Bestrahlung nicht mehr zumuten zu wollen. Die Kinder wissen und wussten aus den Jahren davor, dass ihre Mutter alles gut abwägt und haben eingewilligt. Nach einem weiteren, von mir eingeforderten Gespräch in der Klinik, hat uns ein Arzt, der der deutschen Sprache mächtig ist, wirklich gut beraten. Ich habe ihm meine innere Ausrichtung mitgeteilt und gefragt, welche Perspektive Robert hat. Er hat dann von sich aus gesagt, selbst er, als gesunder Mensch, würde sich mit dieser Diagnose nicht operieren lassen. Danach sind wir zu einem Onkologen gefahren und haben den weiteren Weg besprochen und das Palliativnetz eingeschaltet. Jetzt mache ich erst einmal eine Pause, es kommt gerade wieder so viel hoch. Ich freue mich, wieder von Dir zu hören.

    Alles Liebe
    Maria





Beitrag von ascolina (41 Beiträge) am Sonntag, 11.Februar.2018, 22:57.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Maria,
    Du hast einen langen, schweren Weg hinter Dir. Ich habe beruflich viel damit zu tun und war dennoch mit den Intensivtagen bis zum Abstellen der Geräte beim Tod meines Mannes mehr als überfordert.
    Ich wünsche Dir alles Gute für die weitere Zeit, du bist eine starke Frau und ich bin sicher Deine Entscheidung die Palliativversorgung zu wählen war richtig.

    LG
    ascolina

Beitrag von Linda1976 (2 Beiträge) am Donnerstag, 22.Februar.2018, 22:17.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Maria,

    auch mir kamen beim Lesen aller Beiträge die Tränen. Mein Mann ist am 17.09.2017 kurz nach seinem 40. Geburtstag gestorben. Das Glioblastom ist im August 2014 aufgrund eines epileptischen Anfalles diagnostiziert worden. Zu dem Zeitpunkt war unser Sohn 4 Monate alt. Ich weiss heute gar nicht mehr wie ich den Schock ausgehalten habe,es war die Hölle und ich wollte einfach nur sterben. Vorher wusste ich nicht, wie sehr seelischer Schmerz weh tut. Ich habe dann auch manchmal gedacht, lass es schnell vorbei sein, ich halte das nicht aus. Und diese Gedanken verursachen jetzt natürlich manchmal Schuldgefühle. Ich habe dann vom Arzt Antidepressiva bekommen, damit ich den Alltag einigermassen überstehen und meinen Mann in allem unterstützen konnte. Wir hatten Gott sei Dank viel Hilfe durch unsere Familien und Freunde. Mein Mann hat dann alles durchgemacht, Op, Bestrahlung, Chemo. Das Rezidiv kam dann vor einem Jahr, wieder Op und Chemo. Im Mai dann die Nachricht, der Tumor ist zurück und er wird das Jahr nicht überleben. Es war soooo schwer nicht ständig zu weinen, um es meinem Mann nicht noch schwerer zu machen und noch ein paar schöne Momente zu verbringen und auch für unser Kind da zu sein. Ab Mitte Juni musste ich ihm dann beim Sterben zusehen: schleichende Körperlähmung, Verlust der Sprache, demente Züge und auch Agressivität durch den Tumor und laut Ärzte das Kortison. Manchmal hat er geweint. Das hat mir das Herz zerbrochen und ich sehe oft noch diese Bilder. Er musste dann bald 24 Stunden betreut werden. Ich konnte kaum schlafen und war dann so fertig, dass ich nicht immer sehr geduldig war. Das tut mir jetzt natürlich auch leid. 10 Tage vor seinem Tod ist er auf die Palliativstation gekommen. Ich war Tag und Nacht bei ihm und musste die Erhöhung der sedierenden Medikamente veranlassen. Es war so schrecklich ihn dort liegen zu sehen und zu "warten". Ich wollte, dass es schnell vorbei geht, aber ihn gleichzeitig nicht gehen lassen. Man steht einfach mit dem Rücken zur Wand :(
    Seitdem habe ich immer noch viel Hilfe durch Familie und Freunde. Ich gehe in eine Trauergruppe, habe eine Trauerbegleiterin und war gerade 5 Wochen auf einer psychosomatischen Kur. Das hat und hilft mir alles sehr. Ich habe jetzt auch die Tabletten absetzen können. Mein Mann hatte mir noch sagen können, dass ich glücklich werden soll. Das versuche ich jetzt.

    Alles Gute an Euch

Beitrag von Maria1209 (13 Beiträge) am Samstag, 24.Februar.2018, 21:19.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Linda,
    alles, was Du erzählst, kommt mir so vertraut vor. Der Schock der Diagnose, die Begleitung, die Bilder der letzten Phase. Dinge zu tun, die man eigentlich nicht aushalten kann. Und dann kommt der Punkt, wo man völlig machtlos ist und nichts mehr tun kann, ausser da sein. Es tut mir so leid für Euch, Euer Sohn ist noch so klein. Meine Kinder durften ihren Vater lange erleben und doch hat er gefehlt bei der Hochzeit unserer Tochter drei Monate nach seinem Tod. Mein Sohn muss auch ohne seinen Vater dieses Fest feiern. Und er wird unsere Enkelkinder nicht mehr aufwachsen sehen. Er hatte sich so darauf gefreut...
    Ich denke an Euch und wünsche Euch alles, alles Liebe, Maria1209.

Beitrag von utel55 (21 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 09:46.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Guten Morgen zusammen,

    was ist das für eine schreckliche Krankheit. Wir haben die Diagnose Glioblastom Endstadium am 24.01.2018 bekommen und die Ärzte haben gesagt, dass er den Sommer vielleicht noch schafft. Mein Mann Jürgen ist erst 59 Jahre alt. Ich bin schon seit Januar im Trauermodus. Es ist so grausam. Ich bin fassungslos, kriege ständig Heulkrämpfe und bin fix und fertig.Der Tumor ist nicht operabel, nicht methyliert (heist die Chemo zerstört die DNA des Tumors, diese repariert sich aber ständig)und weit fortgeschritten. Er wurde bestrahlt. Das haben wir aber abgebrochen (gemeinsam entschieden), denn er war so fix und fertig davon, das ging garnicht. Ich möchte das er es schön hat und wenigstens noch etwas gute Lebensqualität hat, wenn man das so nennen kann. Jetzt bekommt er nur noch Temozolomit und Cortison. Manchmal denke ich, was soll überhaupt die Therapie. Ein Glioblastom ist definitv nicht heilbar, Überlebensrate unter 1 Jahr. Und wie sieht das Überleben aus, wenn die Therapie einen nur fertig macht? Er ist so mutig. Jürgen hat den Vorteil, dass er keine Emotionen mehr spürt, d. h. er ist nur noch rational. Er weint oder jammert nicht und nimmt sein Schicksal so an. Er schläft viel und versorgen kann er sich nicht mehr alleine. Das mache ich noch im Moment, das ganze Programm und ich stoße seelich und körperlich an meine Grenzen.

    Gestern haben wir mit unseren Kindern zusammen gesessen und auch das zieht mich runter, denn das "Nie wieder" schwirrt immer im meinem Kopf rum. Ich werde ihn zeitnah in ein Hospiz bringen, weil ich es nicht mehr schaffen kann, auch nicht mit Pflegedienst und es zerreist mir mein Herz. Wie ich das Alles überleben soll - keine Ahnung. Mich tröstet es, wenn ich hier lese, dass ich nicht alleine bin. Ich bin so unfassar traurig - unser glückliches, unbeschwertes Leben ist für immer vorbei und das Schlimmste steht noch bevor. Wenn er mich für immer verlässt, daran darf ich gar nicht denken....

    Alles Liebe
    Ute



Beitrag von jorka82 (36 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 11:26.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,
    er ist sehr traurig, was du schreibst und ich kann mir gut vorstellen, dass du dich wie in einem Albtraum gefangen fühlst. Er tut mir so leid für dich und deine Familie.
    Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, ihr könnt euch als Familie etwas stützen.

    Es wird sicher schwer für dich sein, deinen Mann ins Hospiz zu bringen, aber für mich war es auch eine große Erleichterung, als mein Mann ins Hospiz kam, es wurde sich wirklich gut um ihn gekümmert. Aber der Schritt dahin ist schwer. Und keiner kann dir deinen Schmerz abnehmen, er wird auch kaum durch irgendwas zu lindern sein. Du schreibst, du weißt nicht, wie du das überleben sollst.
    Obwohl ich nicht sehr religiös bin, so hat mir mal jemand gesagt, dass Gott jedem nur solche Pakete zu tragen gibt, wie er auch tatsächlich tragen kann. Manchmal zumindest hat mir das etwas geholfen.
    Ich glaube aber fest daran, dass man so etwas übersteht. Ich sage nicht ohne Schmerz, ohne Verzweiflung, ohne Tränen und ohne hoffnungs- und fassungslose Gedanken - aber DASS man es übersteht, das glaube ich ganz fest. Diese Gedanken kürzen meine Trauer nicht ab - aber sie schenken mir Hoffnung und lassen mich an das berühmte "Licht am Ende des Tunnels" denken.

    Der Sinn oder Unsinn einer Therapie lässt sich meist erst im Nachhinein erkennen - es steht immer die Frage im Raum Lebensqualität oder - quantität, so nennen es die Ärzte oft. Letztlich muss der Betroffene selbst entscheiden, was er noch möchte; inwieweit dein Mann das kann oder bewusst tut, weiß ich nicht. Es ist ein schwieriges Abwägen. Es gibt selten die EINE Lösung, dafür sind die Krankheiten zu komplex und der Mensch zu individuell - bei meinem Mann gab es aufgrund einer seltenen Krebsform keinen Standard, es musste ausprobiert werden.
    Das einzige, was ich dir sagen kann (das war für mich im Rückblick tatsächlich das Beste): Mir hat es geholfen, auf mein Bauchgefühl zu hören. Es hat mir in der schweren Zeit immer den richtigen Weg gezeigt.

    Alles Liebe für dich!
    Anika

Beitrag von einestages (37 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 15:01.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Hallo Ute,

    Ich rate Dir - DRINGEND - Dich jetzt ausschliesslich auf das Leben Deines Mannes und auf eure gemeinsame Zeit zu konzentrieren. Du wirst diese Zeit nie wieder einholen können.

    Du BIST noch nicht verwitwet ... Dein Mann lebt. Auch wenn er sehr krank ist.

    Erst wenn er die Augen für immer schliessen wird, wenn Du an seine Gesichtszüge erkennen wirst, dass er nicht mehr "da" ist, wenn Du die ersten Tagen "danach" überlebt hast, dann wirst Du vermutlich begreifen, wie kostbar diese Zeit - trotz Krankheit - war.

    Es müssen keine grosse Aktionen entstehen. Einfach die Zeit annehmen ist gut - für euer gemeinsames Leben.
    Jetzt.

    Noch kannst Du ihm riechen, noch kannst Du ihm sehen, noch kannst Du ihm hören. Er kann das auch.
    Dein Mann kann es auch noch dann, wenn es nicht mehr danach aussieht.

    Dass Du tobst, verzweifelst, traurig bist, müde, erschöpft, wie ein Zombie durch den Alltag gehst - als Frau eines sehr kranken Mannes ist dies verständlich.

    Aber "alles" hat seine ureigene Zeitqualität. Zeit ist der wesentlicher Faktor der "alles" tragen wird.

    Du weisst nicht, Ute, woher solltest Du ? - wie es wirklich sein wird, wenn Dein Mann verstorben IST.
    Deshalb sage ich es Dir. Es ist anders - ganz schrecklich anders.

    Der Name Deines Mannes, hat unter "Verstorbenen" nicht zu stehen - gerade auch, weil Du "noch nicht" Witwe bist.

    Du bist nicht schon seit Januar im "Trauermodus", sondern seit Januar traurig, weil Du darüber in Kenntnis gesetzt worden bist, dass Dein Mann sehr krank ist. Diese schlimme Situation verlangt - an und für sich - schon eine ganz eigene Dynamik.

    Es gibt Hilfen und andere Foren für Menschen, die sich in EURE besondere Situation befinden.

    Einestages, traurig (Marie)







Beitrag von jorka82 (36 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 17:36.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Einestages,

    ich stimme dir in vielen Punkten zu, was du Ute geschrieben hast.
    Sie hat ihren Mann noch, sie ist noch keine Witwe. Sie kann die Zeit mit ihm noch verbringen und es ist wichtig, dies intensiv zu tun, solange die Möglichkeit da ist.

    Allerdings verstehe ich es sehr gut, wenn Ute schreibt, dass sie bereits im Trauermodus ist. Sie betrauert ihr "altes" Leben, die Sorglosigkeit, die nun einer großen Verzweiflung, Angst und Trauer gewichen ist. In dem Moment der Diagnose hat sich schlagartig alles verändert. Das zieht bereits einen Trauerprozess mit sich, auch wenn ihr Mann noch lebt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass wenn man Menschen durch eine länger andauernde Krankheit verliert, ein Teil der Trauer je nach eigenem Umgang damit schon vor dem Tod des Menschen beginnen kann. So ähnlich war es bei mir auch. Nach dem Tod kommt dann die Trauer in eine andere Phase...natürlich ist es nochmal ganz anders, wenn der Mensch dann gestorben ist. Aber ich glaube, dass du, Ute, einfach das Gefühl hast, dass du schon vieles verloren hast, nämlich dein Leben, wie du es kanntest.
    Und ich hoffe und glaube auch, dass du die Zeit mit deinem Mann noch so gut es geht nutzen und intensiv erleben möchtest. Aber das Gefühl der Trauer, wie Ute es beschreibt, kann ich gut nachfühlen, auch wenn ihr Mann noch lebt.
    Anika

Beitrag von Nafets (344 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 20:00.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe einestages,

    ich verstehe was Du schreibst, bin aber aus eigenem Erleben näher bei dem, was Anika schildert.

    Ich hatte ihn auch, diesen "Trauermodus" schon vor dem Tod, dieses Gefühl der "Einsamkeit" und "Hilflosigkeit". Vielleicht habe ich dadurch später, auch nach den Vorerfahrungen um den Tod meiner Schwester, mit dem Todesereignis selbst besser umgehen können. Ich weiß es nicht; weil bei uns dann leider noch so viel anderes dazwischengekommen ist.

    Aber meine "Verzeiflung" schon vorher - ich kann und werde sie in dieser Intensität ganz sicher niemals vergessen. Wir hätten uns schon damals als Familie mehr begleitende Hilfe holen müssen; es war falsch, das zu verdrängen und diese Trauer noch gar nicht zuzulassen ... ...

    Die Zeit noch so gut es geht gemeinsam zu nutzen und so intensiv als möglich wahrzunehmen, kostet sehr viel Kraft, innere Stärke, Offenheit für alles was kommt ... Darauf muss man sich auch konzentrieren und alle Kräfte bündeln können.

    Aus verschiedenen Gesprächen mit Betroffenen wurde mir bewusst, dass gerade die Fälle eines Gehirntumors - durch die oftmals so stark hervorgerufenen "Wesensveränderungen" und die extrem fortschreitende "Hilflosigkeit" des Kranken - eine ganz fürchterliche Dimension erlangen können, also auch für das Umfeld u.U. gar nicht unbetreut auszuhalten sind, ... und dass nicht erst der Verlust durch Tod, sondern schon die Erlebnisse der letzten Lebensphase später noch ganz lange extrem nachwirken können ... Bilder, die man nie vergisst.

    Dann geht es vor allem darum, auch "achtsam" mit sich selbst umzugehen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, u.U. auch hier bei uns Hilfe zu holen. Damit die eigenen Gefühle und Ängste die "Seele" nicht schon in dieser palliativen Phase total auffressen, braucht sie doch erst recht noch Kraft für alles das, was dann später kommt ...

    Um sich als Paar noch nahe sein zu können, riechen, hören, spüren und alles dies in sich aufsaugen zu können, kann es - je nach Veranlagung - also wichtig sein, die eigentlichen so belastenden Pflegeleistungen abzugeben in darin geübtere Hände. Der Gedanke an das Hospiz - ist im Zweifel dann wohl der richtige, und sollte auch zügig umgesetzt werden, bevor es iwann schon nicht mehr geht.

    Ute, ich verstehe sehr gut, was in Dir vorgeht. Und viell. hilft es Dir, wenn Du auch hier bei uns - schon und gerade JETZT - Geborgenheit findest. Die Gedanken Vieler von uns sind jedenfalls bei Dir.

    Stephan


Beitrag von sana-nina (14 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 21:43.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute, liebe Anika,
    Ich möchte Anikas Beitrag unterstützen. Die Trauer kann schon vor dem Einsetzen des Todes irgendwann im Sterbeprozess beginnen. Ich erinnere mich, dass ich Monate vor dem Todestag, als mein Mann sich ins Krankenhaus eingeliefert hatte und klar war, dass er nicht mehr nach Hause käme, trauerte, weil mir bewusst wurde, dass ab jetzt nur noch 1 Handtuch im Badezimmer hinge, dass sich im Kühlschrank nur noch Single-Portionen befanden,... Mein Alltag wandelte sich sichtbar zu einem Altag ohne ihn, allein, dem einer Witwe. Das hinderte uns nicht daran, eine sehr innige glückliche Zeit miteinander im Hospiz zu erleben und bis zum letzten Tropfen seines Lebens alles herauszuholen. Ich war auch 2-3 Wochen vor seinem Todestag bei der Bestatterin. Sie nahm mir meine Scham darüber. Ich wollte mit meinen verbliebenen Kräften in Ruhe und ohne Hektik ein wenig das Notwendige vorbereiten.
    Ich vermisse vielmehr ein Forum ähnlich diesem hier für die Angehörigen von palliativ Kranken. Ich möchte nicht sagen, dass gar niemand sich um mich in dieser schwierigen Situation gekümmert hätte. Aber es hätte gern mehr sein dürfen, nicht erst durch das tolle Hospiz-Team und die anderen Angehörigen, die ich dort kennen lernte. Mein Mann hatte auch einen inoperablen Gehirntumor. Vielleicht erklärt dies mein tiefes (Ein-) Verständnis (mit dir) für dich, Ute.
    Halte durch. Sei ihm nah und lasse ihn dennoch los.
    Herzliche Grüße
    Sana-nina

Beitrag von jorka82 (36 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 22:58.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Ich finde es ist grundsätzlich ein sehr schwieriges Unterfangen, jemandem einen wirklichen "Rat" zu geben in der Situation, in der Ute sich jetzt befindet oder in der sich Angehörige befinden, die einen Menschen in einer schweren Krankheit/im Sterbeprozess begleiten.
    Dieser Satz "Nutzt die Zeit so gut ihr könnt" ist natürlich der erste Reflex, den die meisten haben (habe ich ja auch geschrieben in meinem Beitrag).
    Aber das kann auch eine Art Druck und weitere Verzweiflung ausüben (so habe ich es zeitweise empfunden), denn in einer Extremsituation weißt du meist gar nichts, nicht wie du den Tag überstehen sollst, was richtig und was falsch ist und schon gar nicht, wie man denn dann auch noch die Zeit richtig nutzt. Wie intensiv ist denn "intensiv" und was genau bedeutet das? Ich habe z.B. versucht, in bestimmten Momenten alles in mich "aufzusaugen" und auf Knopfdruck ganz intensiv bestimmte Gefühle zu erspüren, um sie dann möglichst zu "konservieren", damit ich mich ja später auch daran erinnere. Ist es das???

    Vieles, was von Außenstehenden in dieser Zeit an dich herangetragen wird, kommt bei dir gar nicht an oder anders als gemeint - selbst wir, die ja alle in einer ähnlichen Situation sind, können nur bedingt Ratschläge geben, denn Ute ist eben Ute, mit ihrem ganz eigenen Leben, das wir nicht kennen. Ute mit ihren eigenen Erfahrungen und ihrer eigenen Geschichte. Und vor allem ihren eigenen Gefühlen. Und weil es IHRE Gefühle sind, sind sie auch für sie das Beste und können nicht falsch sein.
    Das ist mir eben nochmal ganz bewusst geworden.

    Damit will ich nicht sagen, dass es schlecht ist, Ratschläge zu geben oder dass die eine oder andere Sichtweise besser oder schlechter ist.
    Jeder kann aus seiner Erfahrung etwas beitragen, dafür ist so ein Forum ja auch da. Ich verfolge mit diesem Text auch kein bestimmtes Ziel, ich wollte dazu nur noch mal meine Gedanken äußern.

    Für MICH die größte Erkenntnis nach dem Tod meines Mannes ist (neben der Sache mit dem für mich sehr hilfreichen Bauchgefühl), dass man (umgangssprachlich ausgedrückt) hinterher immer schlauer ist. Man tut und fühlt und sieht die Dinge in bestimmten Situationen eben so - oder so, und in dem Moment ist das richtig. Richtig im Sinne von "nicht anders möglich (durch die Umstände)". Jeder auf seine Art, jeder in seinem individuellen Leben und jeder mit seinem Tempo. Hätte mir das jemand zu bestimmten Zeitpunkten gesagt, wäre ich froh gewesen. Denn wie oft habe ich mich gefragt als diese scheiß Krankheit in unser Leben kam, ob bestimmte Dinge so richtig waren, ob ich richtig gehandelt habe, ob das so in Ordnung war, was ich gedacht und getan habe...jetzt weiß ich: JA. In dem Moment war es das. Mit Abstand betrachtet sehen die Dinge immer anders aus. Und ich beziehe mich jetzt speziell auf den Prozess bei der Begleitung des Partners bzw. auf den Verlust eines nahestehenden Menschen.

    Ich bin gerade dabei, die letzten Monate mit meinem Mann gedanklich aufzuarbeiten. Und denke immer wieder mal "hättest du nicht dies oder das anders sehen/beurteilen können" oder "warum hast du da so reagiert". Diese ganze Sache mit dem "sich schuldig fühlen" für bestimmte Reaktionen, hätte man gewusst, dass einem noch so wenig Zeit bleibt etc. Diese Dinge stehen in jedem Ratgeber für Hinterbliebene und Trauernde, in jedem Buch und auch beim Psychologen kommt dieser Teil der Trauerverarbeitung vor. Ich glaube man läuft automatisch in dieses Thema rein, der Mensch ist in den meisten Fällen so angelegt, sich diese Fragen nach dem "Richtig oder Falsch" zu stellen. Ich mache mich da auch nicht komplett frei von. Aber wenn ich es jetzt rational betrachte, dann ist es in den Momenten, wo ich so oder so gehandelt/gedacht habe, für mich eben das "Richtige" gewesen.

    Ich merke gerade eine seltsame Eigendynamik meiner "Schreibe". Es ist doch irgendwie ein Thema, das ganz schön groß und elementar ist, so umfangreich sollte das gar nicht werden. Ich lasse den Text trotzdem stehen. Geht es den anderen auch so, dass sie über ein Thema schreiben und sich das dann irgendwie verselbstständigt?
    Da ist man erst so klar in seinen Gedanken und plötzlich merkt man beim Schreiben, dass es gar nicht so klar ist? Sorry für die Verwirrung. Es war ein Wochenende mit intensiven Erinnerungen, weil ich mal ohne Kind war/bin und viel Zeit zum Nachdenken habe.
    Einen schönen Abend noch!
    Anika

Beitrag von everest (387 Beiträge) am Montag, 2.April.2018, 15:48.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Hallo Ute,


    in einem anderen Zusammenhang schrieb ich mal:


    - Neben dem Kampf nicht die schönen Seiten des Lebens vergessen.

    - Genieße jeden Tag, den Du mit dem Lieben hast, auch wenn Dich der "Alltag übermannt"! Das gehört dazu.

    - Habe Hoffnung, aber vergiß nicht, dass die "Aussichten" nicht gut sind!

    - Achte auf die Lebensqualität des Kranken, und auch auf die eigene! Du brauchst Deine ganze Kraft, um das durchzustehen.

    - Das Hospiz ist sicherlich eine sehr gute Idee!

    - Meine Frau hätte, wenn sie weiter im Krankenhaus geblieben wäre, sicherlich noch etwas länger gelebt, vielleicht ein paar Tage oder etwas mehr, aber um welchen Preis. DAS wäre MEIN EGOISMUS gewesen!

    - Nimm rechtzeitig und in aller Ruhe Abschied, auch wenn Du die Hoffnung habt, den Kampf zu gewinnen, vielleicht geht irgendwann alles zu schnell, und Ihr habt keine Zeit mehr!

    - Setzt Euch kleine, überschaubare und vor Allem realistische Ziele, die erreicht werden können!

    - Bezieht Eure Freunde in Euer Leben ein! Ihr werdet sie brauchen in dieser schweren Zeit und danach.

    - Denke an Heute und nicht "Was ist dann und dann?" (Ich habe am Anfang mich viel mit dem Gedanken beschäftigt: Was ist, wenn meine Frau tot ist? Die Beschäftigung mit dieser Frage hat mir den Blick auf die Gegenwart verstellt, weil ich immer nur in der Angst vor der Zukunft gelebt habe. Es kommt doch anders alles man denkt! Wir wissen nicht, wie wir in Situationen reagieren, die wir noch nicht erlebt haben! Wir haben Phantasien, aber die sind nicht Realität!

    - Die verdammte Frage nach dem Warum oder "was wäre gewesen, wenn ...? „ hilft nicht weiter und führt zu nichts.

    - Ich weiß, dass ich/wir alles richtig gemacht haben: Ich würde ALLES noch mal genauso tun! Es gibt tausend Möglichkeiten mit dieser Krankheit umzugehen, aber ihr habt Euren Weg gewählt, UND DIESER EURER WEG WAR RICHTIG!



    - Du bist der wichtigste Mensch, auch wenn es sich in der jetzigen Situation zynisch anhört! Du lebst! Und Du musst Dein Leben weiterleben auch ohne Deinen Liebsten. Und ich bin überzeugt, dass es irgendwann wieder geht. Du kann es Dir im Moment nicht vorstellen! Aber Du wirst die Lücken auf allen Ebenen, die Dein Liebster hinterlassen hat, schließen, auch wenn Du es Dir heute noch nicht vorstellen kann.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und vor Allem Zuversicht
    everest

Beitrag von utel55 (21 Beiträge) am Dienstag, 3.April.2018, 10:49.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Daaanke an alle. Eure Antworten helfen mir und trösten mich. Ja, definitiv setzt Trauer schon vor dem Tod ein und ja, Diagnose Glioblastom ist sehr speziell. Ich habe heute morgen mit dem Hospiz telefoniert und alles in die Wege geleitet. Ich liebe meinen Mann (er schläft noch, meistens bis 12:00 Uhr, deshalbtkann ich hier lesen und schreiben)über alles und versuche es ihm so schön wie möglich zu machen. So ein Abschied auf Raten ist unfassbar grausam, ach jeder Abschied wenn der Partner stirbt ist grausam...Ich danke euch von ganzen Herzen für eure Meinungen und versuche das in kleinen Schritten für mich auch umzusetzten. Wenn nicht ihr wisst wie es mir geht, wer dann.

    Alles Liebe und daaaaanke

    Ute

Beitrag von utel55 (21 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 11:06.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Ihr Lieben,

    heute ist unser letzter gemeinsamer Tag zu Hause. Gestern haben wir die Sonne und den Abend genossen, es war fast wie füher.

    Morgen zieht Jürgen dann um ins Hotel Hospiz. Mir zerreist es mein Herz, weil ich ihn weggeben muss. Aber unserer Palliativärztin sagt immer, sie handeln verantwortlich und geben ihn in gute Hände - das tröstet ein ganz klein wenig. Er hat in den letzten Tagen massiv abgebaut und hat kaum noch Kraft (auch mit meiner Hilfe) aufzustehen. Aber was schreibe ich, ihr kennt ja die Sympthome. Es ist die richtige Entscheidung, denn ich weiss, dass auch ich dort phsychologisch aufgefangen werde und das ist für mich dringend notwendig, denn ich heule täglich seit dem 24.01.2018. Ich bin mittlerweile absolut überfordert, körperlich und phsysisch am Ende.

    Ich hoffe, dass es so für alle etwas ruhiger wird. Ich versuche wieder zu arbeiten, bin ja zum Glück nur in Teilzeit und den Rest der Zeit verbringe ich dann bei ihm. Mich unterstützten unsere Kinder, Freunde und Nachbarn. Alle sind fix und fertig und können es nicht fassen.

    Für euch alle einen gaaanz schönen Sonntag. Ich fühle mich jetzt schon allein, denn Jürgen schläft bis mittags. Es ist so traurig.

    Fühlt euch gedrückt und danke.

    Ute







Beitrag von ascolina (41 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 11:37.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,
    ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende schwere Zeit.

    ascolina

Beitrag von milla2016 (169 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 13:30.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,

    dieser Tage ist ein guter Freund von uns im Hospiz gestorben. Seine Frau hatte lange gezögert in dort unterzubringen. Nach langem hin und her zwischen Kurzzeitpflege, Krankenhaus und dem Versuch die Pflege daheim zu leisten, kam er dann doch ins Hospiz. Die paar Tage dort empfanden die Angehörigen als wohltuend für Geist, Seele und Körper des Kranken und sich selbst. Alles kam endlich zur Ruhe. Der Kranke konnte ohne Schmerzen gehen, die Angehörigen bekamen jede Unterstützung, die man sich vorstellen kann.

    Du hast richtig entschieden!

    Sollte vielleicht ein Hospizmitarbeiter mitlesen: Danke für die wertvolle Arbeit die ihr leistet!

    Milla

    *** editiert von milla2016 am Sonntag, 08.04.2018, 13:33 ***

Beitrag von sana-nina (14 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 22:20.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Milla,
    Recht hast du: Herzlichen Dank an alle Hospiz-Teams!
    Liebe Ute,
    Freu dich, einen Platz für deinen Mann im Hospiz bekommen zu haben. Ich musste darum kämpfen, Beziehungen spielen lassen. Bis heute quält mich das schlechte Gewissen, auf diesem Weg an einer Mitpatientin meines Mannes auf der Palliativstation vorbeigezogen zu sein, die große Schmerzen hatte, aber keinen Partner, der für sie kämpfte, sondern „nur“ eine Schwester und eine Freundin. Gleichzeitig war ich auf dem Weg dahin ohne Partner zu sein und bekam meine eigene Krebs-Diagnose. Die Patientin kam Wochen später nach. Ich konnte ihre Anreise beobachten. Sie war verbittert.

    Freu dich, Unterstützer um dich zu haben. Ich war isoliert, weil alle anderen meinten, wenn sie mit meinem Mann an der Hoffnung festhielten, es würde wieder besser, würde es wieder besser. Und ich musste eine Lösung finden, wie es weitergeht. Bei Hirntumoren geht es am Ende schnell. Das hatte mir mein Hausarzt schon früh gesagt. Jetzt ging es schneller als ich reagieren konnte.

    Niemand hindert dich im Hospiz, deinen Mann weiter zu pflegen. Nur wenn du nicht mehr kannst, dann sind Profis da. Du kannst da auch schlafen. Frag nach dem Gästebett.

    Eine einfühlsame Mitarbeiterin empfing mich mit dem Hinweis, ich könne nicht weiter Vollzeit arbeiten. Dank meines Krebses konnte ich kurze Zeit später gar nicht mehr arbeiten. Mein kluger Mann riet mir: Zieh den Teilzeit-Antrag zurück. Wohl denen, die sich voll und ganz dem Abschiednehmen widmen können und für sich entscheiden, wie viel sie außerhalb des Hospizes erste Schritte ihres eigenen Lebens ohne den Partner gehen, wie viel sie „einen Fuß im Leben behalten“.

    Liebe Ute,
    Es ist eine schwere Zeit. Es ist eine prägende Zeit. Es ist eine gute Zeit im Hospiz. Es ist eure letzte gemeinsame Zeit.
    Alles Gute
    Sana-nina

Beitrag von Jasmin2 (1203 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 16:52.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,
    ich verstehe dich sooo gut. Der Tag, an dem mein Mann zuhause abgeholt wurde, erst Palliativstation als Vorstufe zum Hospiz, aber klar nie wieder nachhause, war für mich ehrlich gesagt schlimmer als nachher der Sterbetag. Das Gefühl, es zuhause nicht geschafft zu haben, ich völlig am Rande meiner Kräfte, keine Nachtruhe mehr, alles so unendlich traurig - danach im Hospiz ist mein Mann nochmal erstaunlich aufgelebt (was bei Hirntumor anders sein kann) und ich war dann enorm dankbar, dass mir die Pflege abgenommen wurde und ich mit aufgefangen werden konnte, wenn ich es zuließ.
    Es ist richtig und gut!!!
    Viele werden nun an dich denken, auch wenn man sich nicht kennt.
    Wir fühlen uns verbunden durch gleiches bzw. ähnliches Schicksal und das ist gut so.
    Herzliche Grüße
    Gabi


Beitrag von Lesegern (129 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 18:20.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,

    das zu lesen tut mir in der Seele weh - und ich weiß auch gar nicht, was ich dazu schreiben soll, schreiben kann..

    Mein Mann ist gänzlich unerwartet von einer Sekunde auf die andere gestorben und das kann ich heute noch nicht ganz fassen - aber das, was du jetzt durchmachst, kann ich mir überhaupt gar nicht vorstellen. Das Leben ist nicht fair...

    Ich wünsche dir alle Kraft dieser Welt, das durchzustehen und gaaaanz viele liebe Menschen, die dir beistehen !!!

    Einen ganz dicken Drücker schicke ich dir, alles Liebe, Lesegern

Beitrag von Vivian (458 Beiträge) am Sonntag, 8.April.2018, 19:44.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,

    ich kann die Beiträge von Milla und Jasmin aus tiefem Herzen bestätigen. Das Hospiz war eine gute Entscheidung bei uns. Einen würdigeren Abschied kann ich mir nicht vorstellen. Es war im Hospiz eine sehr besondere, fast heilige Atmosphäre und wir wurden dort getragen in unserem Leid. Mein Mann und ich haben noch einige sehr innige Momente miteinander im Hospiz erleben dürfen. Das wäre zuhause so nicht möglich gewesen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe, Vivian


Beitrag von utel55 (21 Beiträge) am Samstag, 14.April.2018, 21:16.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Ihr Lieben,

    seit Montag ist Jürgen im Hospiz und es war die richtige Entscheidung. Nach 2 Tagen hatte er sich an die Gegebenheiten gewöhnt und er ist sehr entspannt, geniesst sein Bett und den Fernseher. Dort ist es wie in einer großen WG. Jeder lebt seinen Rhytmus. Das Haus hat nur 5 Zimmer (ist ein umgebautes Einfamilienhaus) mit einem tollen Garten. Es gibt eine hochmoderne Küche mit Wintergarten und einem richtig schönen Esstisch für ganz viele Personen. Ich tobe mich da aus und koche mittlerweile für alle. Jürgen und ich sitzen manchmal nachmittags etwas im Garten - aber er sein Gehirn kann nur schlecht verarbeiten. Im Grunde will er nur seine Ruhe haben.

    Ich fühle mich da so gut aufgehoben. Wenn irgendetwas mit ihm ist (Krampf z. B) habe ich sofort Hilfe. Wenn ich Heulkrämpfe kriege, ist immer jemand da, der mich tröstet. Ich bin 2 mal in dieser Woche abends für 1 Stunde bei Freunden gewesen - das war schön - nach 0 Wochen extremster Belastung hier zuhause.

    Heute hatte ich einen schlechten Tag, denn trotz der Fürsorge, kann ich mit den Tatsachen schlecht umgehen.

    Ich danke euch allen, dass ihr mir zuhört. Wenn ich das Alles hier so lese...einfach nur traurig und unfair. Alle hier haben das gleiche Schicksal und ich weiss genau wie es euch geht.

    Liebe Grüße

    Ute


Beitrag von ascolina (41 Beiträge) am Sonntag, 15.April.2018, 09:48.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Hallo Ute,
    es ist trotzdem schön Euch dort gut aufgehoben zu wissen.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft.

    lg

    ascolina

Beitrag von ErnaLu1961 (47 Beiträge) am Montag, 16.April.2018, 22:04.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,
    Ich wünsche Dir und Deinem Mann ganz viel Kraft und Mut, dieses schlimme Schicksal annehmen zu können.
    Gib ihm all Deine Liebe mit auf diesem schweren Weg.
    Ich konnte mich nicht verabschieden. Mein Mann sass tot auf der Couch, 55 Jahre alt,ich war kurz spazieren. Herzinfarkt im Mai letztes Jahr.
    In Gedanken bei Dir
    LG Belinda


Beitrag von ToNyna (20 Beiträge) am Dienstag, 17.April.2018, 08:53.

  Re: Diagnose Gehirntumor

    Liebe Ute,

    es freut mich zu hören, dass ihr einen Platz im Hospiz bekommen habt und dass dein Mann sich dort gut aufgehoben fühlt - ebenso Du.
    Versuche die Zeit so intensiv wie möglich zu nutzen und einfach bei Deinem Mann zu sein.

    Ich habe meinen Mann auch das letzte halbe Jahr ununterbrochen begleitet. Diese Zeit möchte ich heute nicht mehr missen. Es ist alles, was man in solchen Situationen für den geliebten Menschen tun kann. Auch wenn Du es heute noch nicht glauben kannst, wird die Phase kommen, in der Du froh bist, diese Zeit mit ihm gehabt zu haben. Ich sehe es als Geschenk - auch wenn er mir jeden Tag unendlich fehlt.

    Wir hatten leider nicht das Glück, einen Platz im Hospiz zu bekommen und so ist mein Mann im Januar zu Hause gestorben.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und alles Liebe.

    LG ToNyna


  9 Wochen   Endy 22.5.18, 16:32 gestern
  Re: 9 Wochen   Ralf1970 22.5.18, 19:30 gestern
  Re: 9 Wochen   Maren2708 22.5.18, 20:12 gestern
  Re: 9 Wochen   ToNyna 22.5.18, 20:48 gestern
  unendliche Fassungslosigkeit   Maren2708 21.5.18, 09:57
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   Toshi 21.5.18, 13:26
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   Bea72 21.5.18, 20:26
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   Bea72 21.5.18, 13:26
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   RiseUp 21.5.18, 18:21
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   ly6 22.5.18, 18:54 gestern
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   Maren2708 22.5.18, 19:55 gestern
  Re: unendliche Fassungslosigkeit   Neuseeland 22.5.18, 20:57 gestern
  Psychologe = Psychotherapeut?   everest 18.5.18, 11:15
  Re: Psychologe = Psychotherapeut?   conny2 18.5.18, 12:23
  Zuhause aufgeben?   ErnaLu1961 15.5.18, 23:26
  Re: Zuhause aufgeben?   conny2 16.5.18, 12:22
  Re: Zuhause aufgeben?   Holzkopf 16.5.18, 14:33
  Re: Zuhause aufgeben?   TinaleS 16.5.18, 14:37
  Re: Zuhause aufgeben?   ErnaLu1961 16.5.18, 15:01
  Re: Zuhause aufgeben?   Jasmin2 16.5.18, 16:34
  Re: Zuhause aufgeben?   ErnaLu1961 16.5.18, 22:11
  Re: Zuhause aufgeben?   Nafets 16.5.18, 22:23
  Re: Zuhause aufgeben?   conny2 17.5.18, 19:38
  Re: Zuhause aufgeben?   everest 18.5.18, 09:09
  Re: Zuhause aufgeben?   Holzkopf 18.5.18, 10:05
  Re: Zuhause aufgeben?   everest 18.5.18, 10:36
  Re: Zuhause aufgeben?   conny2 18.5.18, 12:02
  Re: Zuhause aufgeben?   everest 17.5.18, 12:51
  Re: Zuhause aufgeben?   conny2 16.5.18, 17:50
  Re: Zuhause aufgeben?   ErnaLu1961 16.5.18, 22:03
  Re: Zuhause aufgeben?   Hollys 16.5.18, 21:05
  Re: Zuhause aufgeben?   malcolm 17.5.18, 15:28
  Re: Zuhause aufgeben?   Jasmin2 17.5.18, 18:16
  Re: Zuhause aufgeben?   Holzkopf 18.5.18, 19:01
  Re: Zuhause aufgeben?   Pumbaline 19.5.18, 22:44
  diese verdammte achterbahn   malcolm 13.5.18, 19:48
  Re: diese verdammte achterbahn   Hollys 13.5.18, 20:40
  Re: diese verdammte achterbahn   hilda06 14.5.18, 15:25
  Re: diese verdammte achterbahn   Hollys 15.5.18, 00:49
  Re: diese verdammte achterbahn   conny2 16.5.18, 12:19
  Re: diese verdammte achterbahn   Andy58 16.5.18, 16:07
  Trauer vs. neue Partnerschaft   M-1981 11.5.18, 11:29
  Re: Trauer vs. neue Partnerschaft   Nafets 11.5.18, 20:46
  Re: Trauer vs. neue Partnerschaft   conny2 12.5.18, 09:11
  Danke    luna71 6.5.18, 21:15
  Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 28.4.18, 17:28
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Nafets 28.4.18, 18:29
  Re: Trauer und Liebe(slied)   rike65 28.4.18, 22:36
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Mause 29.4.18, 02:24
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 29.4.18, 11:09
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 29.4.18, 10:57
  Re: Trauer und Liebe(slied)   conny2 29.4.18, 11:12
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 29.4.18, 11:20
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Su 29.4.18, 11:35
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 30.4.18, 19:59
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Vivian 29.4.18, 14:37
  Re: Trauer und Liebe(slied)   rike65 30.4.18, 15:53
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 30.4.18, 19:54
  Re: Trauer und Liebe(slied)   rike65 1.5.18, 01:03
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Noa7 29.4.18, 12:54
  Re: Trauer und Liebe(slied)   eletu 29.4.18, 19:22
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 30.4.18, 19:57
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Neuseeland 1.5.18, 19:40
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Bea72 2.5.18, 14:08
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Neuseeland 2.5.18, 15:29
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 2.5.18, 15:41
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Bea72 2.5.18, 18:48
  Re: Trauer und Liebe(slied)   conny2 3.5.18, 17:53
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 3.5.18, 22:05
  Re: Trauer und Liebe(slied)   conny2 4.5.18, 10:20
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Toshi 4.5.18, 22:02
  Re: Trauer und Liebe(slied)   conny2 6.5.18, 17:27
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Louisa75 7.5.18, 22:18
  Re: Trauer und Liebe(slied)   conny2 8.5.18, 09:50
  Re: Trauer und Liebe(slied)   Toshi 7.5.18, 02:10
  Grabstein falsch geliefert   Puppett 27.4.18, 13:23
  Re: Grabstein falsch geliefert   blackeyes 27.4.18, 14:36
  Re: Grabstein falsch geliefert   conny2 27.4.18, 14:40
  Verloren   Roge 24.4.18, 13:15
  Re: Verloren   Ruf1988 24.4.18, 21:45
  Re: Verloren   ErnaLu1961 24.4.18, 23:23
  Re: Verloren   Roge 25.4.18, 20:41
  Re: Verloren   Nanett 25.4.18, 22:27
  Re: Verloren   morbus 26.4.18, 16:00
  Ich schaffe das nicht mehr   Noa7 24.4.18, 00:12
  Re: Ich schaffe das nicht mehr   Jasmin2 24.4.18, 07:43
  Re: Ich schaffe das nicht mehr   Noa7 25.4.18, 20:04
  Re: Ich schaffe das nicht mehr   Jasmin2 26.4.18, 11:24
  Ich gehöre nicht mehr dazu!   ToNyna 22.4.18, 18:14
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   Beki62 22.4.18, 20:44
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   Efeu15 22.4.18, 22:06
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   utel55 23.4.18, 08:31
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   Ullili 23.4.18, 16:25
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   hilda06 23.4.18, 18:12
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   utel55 23.4.18, 20:51
  Re: Ich gehöre nicht mehr dazu!   AndiM 23.4.18, 21:52
  1. Todestag   cali68 18.4.18, 17:11
  Re: 1. Todestag   ascolina 18.4.18, 17:52
  Re: 1. Todestag   cali68 18.4.18, 18:40
  Re: 1. Todestag   Bea72 18.4.18, 18:42
  Re: 1. Todestag   RehTse 18.4.18, 21:30
  Re: 1. Todestag   Lesegern 19.4.18, 13:55
  Re: 1. Todestag   malcolm 20.4.18, 05:03
  Re: 1. Todestag   ErnaLu1961 22.4.18, 15:44
  Jahrestag   malcolm 2.4.18, 12:02
  Re: Jahrestag   finchen5 3.4.18, 20:52
  Re: Jahrestag   Neuseeland 8.4.18, 17:41
  Der \Tod ist gross   sofiabul 1.4.18, 14:51
  der-tod-ist-gross   everest 1.4.18, 09:48
  Re: der-tod-ist-gross   conny2 1.4.18, 18:12
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  Weiter leben   Birgit1967 23.3.18, 19:35
  Re: Weiter leben   Andy58 27.3.18, 11:08
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  Nichts geht mehr...   AnnaH70 20.3.18, 16:41
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  Fassungslosigkeit    ToNyna 19.3.18, 22:54
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