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© 2001 - Robert Scheithe
Trauer


    Praxis - Erwachsene

    Persönliche Erfahrungen mit der Trauer

    Gedanken und Ratschläge in Stichworten

    1. Viel darüber reden
    2. Schmerz und Trauer zulassen
    3. Wenden Sie sich anderen Menschen zu - interessieren Sie sich für das Schicksal anderer Menschen.
    4. Analysieren Sie Ihr Leid, versuchen Sie die Ursachen zu ergründen.
    5. Betrachten Sie den neuen Lebensabschnitt auch als Chance für Ihre persönliche Entwicklung.




    1. Viel darüber reden


    • Krankheitsgeschichte

    • Umstände des Todes

    • Über die Beziehung zum Verstorbenen


    Ich kann nur jedem raten die Zeit zu nutzen, denn die Menschen in unserer unmittelba-ren Umgebung akzeptieren dieses Thema nur eine relativ kurze Zeit.
    Deshalb ist es hilfreich, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Alle Mitglieder der Gruppe haben ähnliche Erfahrungen gemacht und können zuhören und anteilnehmen.
    Fritz


    2. Schmerz und Trauer zulassen

    Akzeptieren sie den Schmerz, der durch die Trennung von dem Verstorbenen verur-sacht wird.
    Eine Woche nach der Beerdigung meiner Frau machte ich eine Bergtour. Es war meine erste Wanderung nach 34 Jahren, die ich ohne meine Frau und ohne Begleitung un-ternahm.
    Ich versuchte nicht die Tränen abzuwischen, wenn mir andere Wanderer begegneten. Ich ließ sie ungehindert fließen. Dabei hatte ich nicht das Gefühl, als ob mir der Hals abgeschnürt werden würde, sondern war entspannt. Der berühmte Kloß im Hals tritt nur auf, wenn man sich gegen das Weinen wehrt. Gleichzeitig stellte ich zu meinem Er-staunen fest, wie schön die Welt - die Bergwelt immer noch für mich war.

    • Jeder muß einsehen, daß der Schmerz, der durch die Trennung von dem Ver-storbenen verursacht wird normal ist. Man sollte nicht versuchen allen Situatio-nen, die schmerzliche Erinnerungen bereiten aus dem Wege zu gehen. Wer den Schmerz und das Leid nicht akzeptiert, begibt sich in die Gefahr, aus Angst vor neuem Verlust, keine neuen Beziehungen zu Mensch oder Tier aufnehmen zu können.

    • Man muß einsehen, daß wir diesen Schmerz und die Trauer dem Verstorbenen schuldig sind.


    Schauen Sie sich in ihrer Umgebung um - außerhalb der Verwandtschaft:
    Wer von den 100, wenn’s hoch kommt 200 Menschen, die den Verstorbenen beim Na-men kannten, erinnert sich häufiger an ihn?
    Nach 6 Monaten ist der Durchschnittsmensch vergessen! Kein Hahn kräht mehr nach ihm - Er ist austauschbar; ersetzbar!
    Ich glaube, daß meine Frau das gefühlt hat.
    An ihrem Todestag sagte sie zu mir: „Bitte versprich mir - heirate nicht zu bald wieder. Dieser Wunsch ist egoistisch, aber wir waren so lange zusammen und diese Zeit war so schön. Der Gedanke daran, daß du schon kurz nach meinem Tod mit einer anderen Frau leben könntest, ist für mich unerträglich“.
    Sie wollte wenigstens in diesem Punkt nicht einfach austauschbar und ersetzbar sein.
    Ich habe mich damals über den Wunsch meiner Frau gewundert. Ich hätte ihr geraten möglichst bald wieder zu heiraten. Aber ich glaube meine Frau hatte recht! Eine Verar-beitung des Verlustes ist notwendig - erst dann kann eine neue Verbindung aufgebaut werden.
    Fritz


    3. Wenden Sie sich anderen Menschen zu - interessieren Sie sich für das Schicksal anderer Menschen.

    Dazu ist eine Selbsthilfegruppe, der trauernde Menschen angehören, hervorragend geeignet!
    Als ich ca. zwei Monate nach dem Tod meiner Frau zum ersten mal an einem Treffen unserer Gruppe teilnahm, ging es mir seelisch nicht besonders gut.
    Ich hörte die Geschichte von Frau W., die sie tränenüberströmt vortrug, sprach mit Frau O., bei der das Schicksal gleich zweimal zugeschlagen hatte und sah wie tapfer Frau M. war, die sich nicht nur mit der Trauer um ihren Mann, sondern zusätzlich mit einer schweren Krankheit auseinander setzen mußte.
    Während ich den Schilderungen der Trauernden zuhörte und darauf einging, war mein eigenes Leid fast vergessen.
    Schlagartig ist mir klar geworden, daß mein Schicksal nichts außergewöhnliches ist und daß andere Menschen sogar noch schlechter damit zurecht kommen, bzw. noch mehr zu leiden haben. Ich habe mich sogar plötzlich richtig stark gefühlt!
    Fritz


    4. Analysieren Sie Ihr Leid, versuchen Sie die Ursachen zu ergründen.

    Buddha sagte: Erkenne die wahre Natur des Leidens, dann wirst du einen Weg finden es aufzulösen.
    Objektiv betrachtet gibt es wenig Grund den Verstorbenen zu bedauern. Meist wurde er durch den Tod von einem schweren Leiden befreit, das ihm kein menschenwürdiges Leben mehr ermöglicht hätte (so war es bei meiner Frau). Oder er ist einen plötzlichen Tod gestorben, um den ihn viele beneiden würden.

    Wenn man an ein Leben nach den Tode glaubt, sollte man dieses als eine Verbesse-rung gegenüber dem irdischen empfinden. Der Verstorbene ist uns einen Schritt vor-aus, den wir erst noch gehen müssen.

    Zu bedauern sind die Schwerkranken, die gegen ihre Krankheit ankämpfen müssen und feststellen, daß ihnen immer mehr Lebensqualität verloren geht. Zu beklagen ist auch, daß jungen Menschen durch den frühen Tod viel Lebensfreude entgeht. Zu be-dauern sind selbstverständlich auch die Hinterbliebenen, die jetzt ohne den Verstorbe-nen zurecht kommen müssen.

    Trauern wir, weil der Verstorbene leiden mußte, oder trauern wir, weil uns etwas zuge-stoßen ist?
    Wenn man ehrlich zu sich ist, wird man feststellen, daß bei dem Leid, das wir empfin-den, ein großer Anteil unproduktives Selbstmitleid im Spiele ist. Dieses Selbstmitleid sollte man nicht zu lange pflegen, sondern versuchen es zu überwinden.
    Die ersten Tage, vielleicht auch Wochen leidet man an einer lähmenden Depression. Erst wenn diese Lähmung überwunden ist, kann man sich mit den Fakten beschäftigen und etwas gegen das eigentliche Leid unternehmen.
    Wenn man z. B. besonders darunter leidet, weil man seinen wichtigsten Gespächspartner verloren hat, kann man das Leiden lindern, indem man sich einer Person, oder einem Kreis zuwendet, mit dem man sich austauschen kann. Wichtig ist, daß Teillö-sungen gesucht werden und akzeptiert wird, daß die große Lösung (ich möchte den Verstorbenen wieder zurück; oder möchte einen neuen Partner, der genauso ist wie der Verstorbene war) nicht realisierbar ist.
    Durch Teillösungen können soziale Grundbedürfnisse befriedigt und die Lebensum-stände erheblich verbessert werden. Wenn es auf diese Weise gelingt, das Leben zu meistern, wird man mit der Zeit auch über den Verlust des geliebten Menschen hin-wegkommen, dessen Persönlichkeit die Quelle war, die bisher alle diese Bedürfnisse befriedigte.
    Oft genügt es, sich bestimmte Dinge bewußt zu machen und einen Vorsatz oder Ent-schluß zu fassen.

    Das heißt nicht, daß man Erinnerungen an den Verstorbenen verdrängen soll, denn sie gehören zu unserem Leben. Es kommt eher darauf an, wie man sie bewertet. Oft sind es ja gerade die schönen Erinnerungen, die uns aus dem seelischen Gleichgewicht werfen. Ich glaube, je besser es uns gelingt unsere sozialen Bedürfnisse zu befriedigen und je ausgeglichener wir dadurch werden, desto besser können wir mit den Erinne-rungen umgehen.
    Grundsätzlich muß jeder selbst seinen Weg aus der Trauer finden; ein für jeden gülti-ges Patentrezept gibt es nicht.
    Fritz


    5. Betrachten Sie den neuen Lebensabschnitt auch als Chance für Ihre persönliche Entwicklung.

    In einer Ehe, oder eheähnlichen Beziehung ergänzen sich die Partner. Durch den Tod eines Partners tritt eine Leere auf, die wieder aufgefüllt werden muß.
    Ich hatte vor dem Tod meiner Frau berufsbedingt überwiegend naturwissenschaftliche Interessen (Chemie, Physik und Technik), während sich meine Frau mehr für Literatur, Psychologie und Esoterik interessierte. Es bestand ein fortwährender Austausch zwi-schen uns. Nach dem Tod meiner Frau merkte ich, wie armselig die einseitige natur-wissenschaftliche Orientierung ist und ich interessiere mich nun verstärkt für die Gebie-te, die vorher eine Domäne meiner Frau waren.

    Das erfahrene Leid und die Trauerarbeit bringen Erfahrungen mit sich, die zur Reifung der eigenen Persönlichkeit beitragen. Wir haben dabei anderen Menschen etwas vor-aus, was nicht durch Lesen und Studium erworben werden kann.
    Fritz

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